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Armut macht einsam – und das muss nicht so bleiben
veröffentlicht 14.10.2025
von Diakonie Hessen, Online-Redaktion der EKHN
Armut bedeutet oft mehr als finanzielle Not: Sie kann einsam machen. Zum Tag der Armut macht die Diakonie Hessen auf die herausfordernde Situation der Betroffenen aufmerksam und zeigt, mit welchen Hebeln mehr soziale Teilhabe möglich wird.
Wenn das Geld knapp ist, wird das Leben nicht nur materiell schwieriger – sondern oft auch einsamer. Denn wer wenig hat, kann sich vieles nicht leisten: den Kaffee mit Freund:innen, den Kinobesuch, den Sportverein. Die Folge: Rückzug, Isolation und eine belastende Lebenssituation.
Zum Tag zur Beseitigung von Armut am 17. Oktober macht die Diakonie Hessen auf einen oft übersehenen Zusammenhang aufmerksam: Armut und Einsamkeit gehören zusammen. Laut Sozio-oekonomischem Panel fühlen sich zwölf Prozent der Menschen in armutsbetroffenen Haushalten häufig einsam – in Haushalten ohne Armutsrisiko sind es nur fünf Prozent.
Der Soziologe Dr. Janosch Schobin, Mitglied im Kompetenznetz Einsamkeit, bringt es auf den Punkt: „Armut belastet Beziehungen.“ Selbst in wohlhabenden Gesellschaften sei es für Kinder schwerer, Urvertrauen aufzubauen.
Wenn Teilhabe am Geld scheitert
„Einsamkeit trifft vor allem jene, die sich soziale Aktivitäten schlicht nicht leisten können“ , sagt Carsten Tag, Vorstandsvorsitzender der Diakonie Hessen. Denn Freizeit kostet: Kino, Theater, Cafébesuche – all das ist für viele Menschen mit Bürgergeld kaum möglich. Für „Freizeit, Unterhaltung und Kultur“ stehen monatlich gerade einmal 54,92 Euro zur Verfügung.
Dr. Melanie Hartmann, Referentin für Armutspolitik bei der Diakonie Hessen, beobachtet mir Sorge, wie aktuell über Armut, Erwerbslosigkeit und das Bürgergeld diskutiert wird. Es würde teilweise der Eindruck entstehen, als ob Beziehrinnen und Bezieher von Sozialleistungen auf Kosten der Allgemeinheit ein bequemes Leben führen würden. Sie erklärt: „Dabei sind die Gründe für den Bezug von Transferleistungen vielfältig – etwa gesundheitliche Einschränkungen oder Zeiten für Kindererziehung.“
Wege aus der Einsamkeit: Begegnung & Strukturen ändern
Die Diakonie Hessen setzt auf zwei Hebel, um soziale Teilhabe zu stärken:
- Konsumfreie Begegnungsorte mit solidarischen Preisstrukturen – etwa die Cafédrale in Mainz-Drais, Mittagstische oder Teilhabezentren, die allen Menschen offenstehen
- Strukturelle Veränderungen durch politische Forderungen.
Wer sich für das Thema interessiert, findet auf der Themenseite der Diakonie Hessen weitere Informationen und Angebote:
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