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Eröffnung der Evangelischen Hochschule Hessen als Hochschule der Zukunft
veröffentlicht 05.10.2026
von Pressestelle der EHH
Im Rahmen des zweiten Festakts zur Eröffnung der EHH am 02.10.2026 in Darmstadt drehte sich alles um die Frage, wie eine Hochschule zukunftsfähig aufgestellt sein muss.
Was braucht eine Hochschule heute, im Jahr 2026, um wirklich nachhaltig zukunftsfähig und relevant aufgestellt zu sein? Unter dieser Fragestellung stand der Festakt zur Eröffnung der Evangelischen Hochschule Hessen in Darmstadt, der nach dem feierlichen Eröffnungsgottesdienst am 27.09.2026 in Schwalmstadt-Treysa nun am Freitag, den 02.10.2026 am Campus in Darmstadt begangen wurde. Auch hier hatten sich knapp 150 Gäste aus Politik, Kirche, der evangelischen Jugendverbandsarbeit, diakonischer Einrichtungen und Gesellschaft eingefunden, um die Evangelische Hochschule Hessen, die im April 2026 aus der Fusion der ehemaligen Evangelischen Hochschule Darmstadt und der CVJM-Hochschule aus Kassel hervorgegangen war, zu würdigen.
In seiner Begrüßungsrede warf der Präsident der EHH, Prof. Dr. Uwe Becker sowohl einen Blick in die Vergangenheit als auch in die Zukunft: „Bei allem Dank darüber, dass es gelungen ist, die Evangelische Hochschule Hessen an den Start zu bringen, wissen wir auch, dass es darum geht, diese Hochschule in die Zukunft zu führen. Das geht nur, wenn wir verstehen und darauf eingehen, wie sich die Lebensumstände von Studierenden verändern und welche neuen Aneignungsformen von Wissen Studierende gewohnt sind. Und es geht nur, wenn wir die Zukunftsfragen aufgreifen, die sich für Studierende stellen, und zwar in einer Zeit, in der die Diskontinuitäten dominant werden, Klimawandel, KI, Erosion demokratischer Traditionen sind dafür kurz genannte Metaphern.“

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Die EHH als Hochschule der Teilhabe
Den Grußworten von Dr. Klaus Bartl, dem Vorsitzenden des Kuratoriums der EHH, des Staatssekretärs Christoph Degen, des Darmstädter Oberbürgermeisters Hanno Benz sowie von Ulrike Scherf, der Stellvertretenden Kirchenpräsidentin der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, war gemein, dass sie ebenfalls dankbar auf diese neue Hochschule blicken, die ihren Auftrag ernstnimmt, hochqualifizierte Fachkräfte für die Bereiche der Sozialen Arbeit, der kirchlichen Arbeit und Diakonik und der Gesundheitsförderung auszubilden und junge Menschen nicht nur fachlich, sondern auch persönlich und geistlich zu begleiten. Ulrike Scherf formulierte es in ihrem Grußwort so: „Gerade in einer Gesellschaft, die sich zunehmend polarisiert und in der bestimmte Kräfte Menschen exkludieren wollen, ist es wichtig, dass sich eine Hochschule sichtbar und wissenschaftlich fundiert für die gesellschaftliche Teilhabe aller Menschen einsetzt, Menschen entsprechend ausbildet und dabei auch konkrete Ideen entwickelt, dies praktisch auszugestalten. Die Evangelische Hochschule Hessen wird nicht nur Fachkräfte für uns als Kirche, Diakonie und christliche Verbände ausbilden, sondern auch weiterhin für wichtige gesellschaftliche Bereiche wie Soziale Arbeit, Gesundheit, Bildung und Erziehung. Und das alles aus unserer spezifischen Perspektive – ethisch orientiert, geistlich geprägt und religionssensibel.“
Staatssekretär Christoph Degen betonte unterdessen die hochschulpolitische Perspektive der neuen Hochschule: „Wir feiern heute die offizielle Eröffnung der Evangelischen Hochschule Hessen am Standort Darmstadt – und lösen damit ein wichtiges Versprechen aus dem Koalitionsvertrag ein: Der Zusammenschluss der CVJM Hochschule und der Evangelischen Hochschule Darmstadt schafft eine gute Perspektive für das hessische Hochschulsystem, die Mitglieder und Angehörigen der Hochschule sowie den Bildungsstandort Südhessen. Die Evangelische Hochschule Hessen verbindet wissenschaftliche Qualität, gesellschaftliche Verantwortung und christliche Werteorientierung. Und sie bildet dringend benötigte Fachkräfte aus – für Soziale Arbeit, Gesundheit, Erziehung und Bildung sowie für kirchliche Berufe. Dabei liegt ein wichtiger Schwerpunkt auf Teilhabe und Inklusion in Lehre, Forschung und Transfer. Ich freue mich darauf, als Mitglied des Kuratoriums den weiteren Weg der Hochschule zu begleiten.“ Der Oberbürgermeister Darmstadts, Hanno Benz, hob in seinem Grußwort hervor: „Die EHH ist ein Teil der Darmstädter Hochschullandschaft und eine bedeutende Einrichtung in dieser Stadt und für unsere Gesellschaft – gerade, wenn es um soziale Fragen des gesellschaftlichen Zusammenhalts geht.“ Er freue sich darauf, gemeinsam in verlässlicher Partnerschaft die Themen, „die uns bewegen“ anzugehen.
Die Hochschule der Zukunft als innovativer, sozialer und hybrider Raum
Der Kern der Veranstaltung war jedoch der Vortrag von Frau Dr. Jannica Budde vom Centrum für Hochschulentwicklung (CHE) über „Die Hochschule der Zukunft – eine Hochschule mit Zukunft“. Dabei fokussierte sich Budde darauf, wie sich Hochschulen angesichts von KI, Digitalisierung und veränderten Bildungsbiografien für die Zukunft aufstellen müssen: Als innovativer Raum müsse sie digitale Technologien und KI nicht nur einsetzen, sondern für neue Formen des Lernens und Lehrens nutzen und dabei Zukunftskompetenzen fördern. Als sozialer Raum habe eine Hochschule die Aufgabe, zunehmender Vereinsamung junger Menschen und Vereinzelung von Tools und Methoden, entgegenzutreten. Präsenz müsse einen Mehrwert bieten: Raum für Austausch, gemeinsames Problemlösen, interdisziplinäres Arbeiten, kreative Prozesse und persönliche Begegnungen. Aufenthaltsqualität, Zugehörigkeit und soziale Präsenz seien deshalb keine Nebensachen, so Budde, sondern zentrale Bestandteile einer zukunftsfähigen Hochschule, wobei Digitalisierung und Präsenz mitnichten gegeneinander ausgespielt werden dürften, sondern sinnvoll miteinander verbunden werden sollten. Als dritten Punkt nannte Dr. Jannica Budde die „Hochschule als hybrider Raum“. Ein Studium müsse stärker auf die unterschiedlichen Lebenssituationen reagieren und zeitlich wie räumliches Lernen, Lehren und Arbeiten ermöglichen. Hochschulen müssten durchlässiger für verschiedene Bildungs- und Lebenswege sein und Übergänge ermöglichen. Genau darüber wurde anschließend mit Lehrenden, Studierenden sowie Frau Budde diskutiert – schließlich geht es bei einer Hochschule der Zukunft auch darum, miteinander ins Gespräch zu kommen, statt Entscheidungen füreinander zu treffen.
Gelächter, Genuss und Gespräche zum Schluss
Nach so viel zukunftsträchtiger Denkarbeit war genau der richtige Zeitpunkt gekommen, für etwas leichtere Unterhaltung: der Improvisationstheaterverein „Alles auf Anfang“ zeigte unterhaltsam sein Können. Auf Zuruf entstanden spontanen Einfällen folgend Szenen, die den Saal zum Lachen brachten und für eine beschwingte Stimmung beim sich anschließenden Sektempfang sorgten. Bei Fingerfood und kalten Getränken hatten die Anwesenden noch viel Zeit, um sich über die Eindrücke der Veranstaltung auszutauschen und die Ausstellung zu besuchen, die eigens für die Eröffnung von Anjuli Spieker kuratiert wurde. Die EHH sei in einem gemeinsamen Prozess entstanden, zu dem viele Menschen mit unterschiedlichen Erfahrungen, Kompetenzen und Perspektiven beigetragen haben, so Spieker in der Eröffnungsrede der Ausstellung. „Nun gilt es, diese Vielfalt weiter zusammenzuführen und die Hochschul-Zukunft gemeinsam zu gestalten. Dabei kommt es auf alle Mitarbeitenden und natürlich unsere Studierenden an – und darauf, welche Stärken und Ideen, also Werkzeuge, sie einbringen, um die Hochschule zukünftig mit Leben zu füllen und weiterzuentwickeln.“ Die Ausstellung trägt den Titel „Aus Geschichte(n) Zukunft machen – eine Werkstattausstellung der EHH“ und kann noch bis Ende des Jahres werktags im Walter-Rathgeber-Haus in Darmstadt angesehen werden. Zudem sind alle Besucher:innen herzlich eingeladen, sich aktiv an der Ausstellung zu beteiligen und diese mitzugestalten.



