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Vortrag Kirchenpräsidentin: Sexualisierte Gewalt in der evangelischen Kirche
veröffentlicht 14.04.2026
von Peter Bernecker
Welche Haltung brauchen wir heute, um Menschen zu unterstützen, das Schweigen zu brechen – und als Kirche auch theologisch verantwortungsvoll über Schuld und Scham zu sprechen? Kirchenpräsidentin Christiane Tietz hat hierzu theologische Perspektiven entwickelt.
In ihrem Vortrag entwickelte Kirchenpräsidentin Christiane Tietz hierzu theologische Perspektiven.
Zum Thema Scham sagte sie:
"Die betroffenen Personen befürchten dann oft selbst, zu Zerstörern der kirchlichen Gemeinschaft zu werden oder von anderen als Zerstörer der Gemeinschaft zu werden, weil sie anderen ihre Illusion über beispielsweise ihren hochverehrten Pfarrer nehmen."
Zum Thema der Schuld:
"Sexualisierte Gewalt im Kontext der Kirche bedeutet immer auch Schuld der Kirche. Sie ist die Schuld, keine Rahmenbedingungen geschaffen zu haben, die die Gewalt verhindert hätten, die Schuld, nicht angemessen auf das Reden der Betroffen reagiert zu haben, sondern Täter geschützt zu haben um das Ansehen des Institution willen und es ist die Schuld, den Betroffenen unzumutbare Verfahren bei der Aufarbeitung zugemutet zu haben."
Aufzeichnung des Livestreams "Von Schuld, Scham und Schweigen. Sexualisierte Gewalt in der evangelischen Kirche"
Evangelische Akademie am 25. März 2026
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Die Veranstaltung war Teil der Akademie-Reihe „Hingeschaut. Sexualisierte Gewalt und Missbrauch in der evangelischen Kirche“ in Kooperation mit der Fachstelle gegen Sexualisierte Gewalt der EKHN.
Falls Sie selbst von Gewalt betroffen sind, können Sie sich an die Fachstelle wenden.
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