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Ausflugstipp an Pfingsten: Erbacher Pfingstbrunnen – eine traditionsreiche Schönheit entdecken
veröffentlicht 06.06.2025
von Rita Haering
Seit langer Zeit pflegen die Erbacherinnen und Erbacher einen besonderen Brauch: An Pfingsten schmücken sie ihre Brunnen mit Birkengrün und farbigen Bändern – eine Hommage an die lebensspendende Kraft des Wassers. Auch Mitglieder der Evangelischen Kirchengemeinde sind aktiv dabei.
An Pfingsten verbinden die Menschen in Erbach im Odenwald christlichen Glauben mit einer uralten, lokalen Tradition. Die fünf Brunnen der Stadt erstrahlen in festlichem Schmuck, der aus Birkengrün und leuchtenden Bänder in den Stadtfarben besteht. Auch die Evangelische Kirchengemeinde beteiligt sich aktiv: Mitglieder des Kirchenvorstands dekorieren liebevoll den Pfingstbrunnen vor der evangelischen Kirche.
Jeden einzelnen Pfingstbrunnen würdigen
In der Regel ist am Samstag vor Pfingsten ein Rundgang des Bürgermeisters von Brunnen zu Brunnen geplant. Bis zum Dienstag nach Pfingsten bleiben die Brunnen meist geschmückt.
Brunnenspruch lädt zum Innehalten ein
Direkt über dem Brunnenhahn findet sich ein Spruch, der zum Nachsinnen einlädt:
Ich steh´ vor einem Gotteshaus,
teil freudig meine Gaben aus.
Aus der Tiefe strömt Klarheit,
in der Tiefe wohnt die Wahrheit.
Doch der Segen kommt von oben.
Lasst uns Gott, den Herrn loben.
Uralter Brauch
Nach Informationen der Stadt Erbach geht der Brauch auf vorchristliche Zeiten zurück. Im Christentum soll er dann mit dem Fest des Heiligen Geistes, also dem Pfingstfest, verknüpft worden sein, „um das Wasser als Quelle allen Lebens zu feiern.“ Für Erbach sei sogar überliefert, dass nach einer großen Trockenheit die versiegten städtischen Brunnen an Pfingsten wieder zu fließen begannen. In Erbach laden neben den Pfingstbrunnen laden Gottesdienste der Kirchen, die historische Altstadt mit Schloss und Lustgarten zum Innehalten und Entdecken ein.
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