Evangelische Kirche in Hessen und Nassau
Patenschaft - Zoobesuch

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Nach der Taufe gibt es viele Möglichkeiten, Zeit mit seinem Patennkind zu verbringen - wie beispielsweise bei einem Zoobesuch
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Als Taufpatin oder Taufpate einem Kind zur Seite stehen

veröffentlicht 16.04.2024

von Rita Haering

Einem Kind mit seinen Fragen und Bedürfnissen zu Seite zu stehen, kann für eine Patentante oder einen Patenonkel zu einer wunderbaren Erfahrung werden. Welche Aufgaben gehören zum Patenamt in der evangelischen Kirche?

Die Taufe eines Kindes in einer evangelischen Kirche steht an. Und die Eltern haben Sie danach gefragt, ob Sie Patentante oder Patenonkel werden möchten? Herzlichen Glückwunsch! Denn sie trauen Ihnen zu, ein Kind zu gut zu begleiten und sich dafür Zeit zu nehmen. Auf diese bereichernde Aufgabe können Sie sich freuen. Mit dem Patenamt übernehmen Sie ein kirchliches Amt. Bis zur Taufe und in der Zeit danach möchten wir Sie begleiten:

Die Aufgaben einer Taufpatin oder eines Taufpaten

Beziehung pflegen

Als Patentante oder Patenonkel können Sie zu einer wichtigen, vertrauten Ansprechperson werden. Dazu gehört, eine Beziehung zu dem Kind aufzubauen und sie zu pflegen, den Kontakt mit Telefonaten, E-Mails oder Textnachrichten in Apps aufrechterhalten. Aber auch Besuche und kleine Unternehmungen gehören dazu, eventuell gemeinsam mit den Eltern. Aus der Verbindung mit dem Patenkind können lebenslange Freundschaften entstehen, wenn sie gut gepflegt werden.

Christliche Erziehung mitgestalten

In der Lebensordnung der EKHN ist eine zentrale Aufgabe der oder des Taufpat:in festgehalten: „Sie versprechen, für die christliche Erziehung dieses Kindes zu sorgen.“ Das heißt, Sie greifen die Lebensfragen des Patenkindes auf und können Orientierung schenken, indem Sie beispielsweise von Ihrem eigenen christlichen Glauben erzählen. Sie können auch mit dem Kind zum Einschulungsgottesdienst gehen oder am Heiligen Abend das Krippenspiel besuchen. Manche Geschenke können auch dazu beitragen, den Glauben stärken, wie eine Kinderbibel oder eine Arche Noah zum Spielen.

Zeit nehmen

Im Patenamt geht es nicht darum, große Geschenke zu machen, sondern um vor allem eines zu schenken: Zeit. Eine Patenschaft ist eine sehr persönliche Beziehung, die nach und nach zwischen Menschen wächst.

Dies Aufgabe haben Pat:innen NICHT

Eines gehört jedoch nicht zu Ihren Aufgaben als Patentante oder Patenonkel: Sie müssen das Patenkind nicht großziehen, falls den Eltern etwas zustoßen sollte. Mit dem Patenamt übernehmen Sie KEINE Vormundschaftsaufgabe. Diese überholte Auffassung stammt aus Zeiten, als es noch keine staatlich geregelten Betreuungsmöglichkeiten gab.

Eine Entscheidung vorbereiten

Um sich zu überlegen, ob Sie bereit für das Patenamt sind, können Sie sich fragen:

  • Wie nehmen Sie die Beziehung zwischen Ihnen und den Eltern des Kindes wahr?
  • Werden Sie über ausreichend Zeit verfügen, um sich regelmäßig um das Patenkind zu kümmern?
  • Würde es Ihnen Freude machen, hin und wieder mit dem Kind Zeit zu verbringen?
  • Sind Sie konfirmiert und Mitglied der evangelischen Kirche? Oder gehören Sie einer anderen Konfession an?
  • Wie erleben Sie selbst Ihren Glauben?
  • Welche Erfahrungen und Glaubensinhalte möchten Sie weitergeben?

Rolle der Pat:innen während der Taufe

Taufpat:innen nehmen am Gottesdienst teil, in dem die Taufe gefeiert wird. An der Taufhandlung sind sie unmittelbar beteiligt. Hier einige Hinweise:

  • Neben den Eltern und Geschwister können auch Patinnen und Paten nach Möglichkeit in die Vorbereitung und Durchführung des Gottesdienstes einbezogen werden. 
  • Überlegen Sie, ob Sie während der Taufe das Kind über der Taufschale halten wollen. Sprechen Sie über Ihren Wunsch mit den Eltern und der oder dem Pfarrer:in.
  • Die oder der künftige Taupat:in kann überlegen, ob sie oder er die Taufkerze für den Taufgottesdienst gestalten möchte. Sprechen Sie auch das mit den Beteiligten ab.
  • Ihre guten Wünsche für das Kind möchten Sie vielleicht mit Fürbitten im Taufgottesdienst ausdrücken. Tauschen Sie sich über Ihre Vorschläge mit der oder dem Pfarrer:in und den Eltern aus.
  • Ihre Antworten werden erfragt: Während des Gottesdienstes werden die Taufpat:innen sowie die Eltern gefragt, ob sie für die Erziehung des Kindes im christlichen Glauben sorgen wollen. Zudem will die oder Pfarrer:in wissen, ob das Kind getauft werden soll.

Ideen für die Begleitung eines Patenkindes:

  • jedes Jahr zum Geburtstag und zum Tauftag gratulieren,
  • am Familienleben des Kindes teilnehmen,
  • mit und ohne Eltern Ausflüge mit dem Kind unternehmen,
  • das Patenkind zum Einschulungsgottesdienst oder Krippenspiel am Heiligen Abend begleiten
  • gemeinsam Outdoor-Aktivitäten ausüben, an denen beide Freude haben wie Frisbée, Federball, Boccia, Wikingerschach, etc.
  • gemeinsam Brettspiele spielen,
  • mit dem Kind Erlebnisse durch Briefe, E-Mails oder Fotos austauschen,
  • als Gesprächspartner dienen: zeigen, dass man Anteil am Leben des Kindes nimmt, bei seinen Erfolgen und Misserfolgen,
  • vom eigenen Glauben erzählen, wenn das Kind älter ist, durchaus auch von den eigenen Zweifeln,
  • Zuneigung mit kleinen Patengeschenken zum Geburtstag und an Weihnachten zeigen (Kinderbücher, Spielsachen),
  • Kindergebetbuch und Kinderbibel auswählen und daraus vorlesen,
  • Vorbild sein: indirekt nimmt das Kind wahr, wie sein Pate mit anderen Menschen umgeht, wie er seine freie Zeit gestaltet, für was er sich engagiert und welche Meinung er zu bestimmten Themen hat.

FAQs – Häufig gestellte Fragen zum Patenamt

Wer kann Taufpatin oder Taufpate werden, wenn das Kind evangelisch getauft wird?

Patin oder Pate kann werden, wer konfirmiert und Mitglied der evangelischen Kirche ist. Auch Angehörige einer anderen christlichen Kirche können als Patin oder Pate zugelassen werden.

Wann endet das Patenamt?

Das Patenamt als kirchliches Amt endet offiziell mit der Konfirmation des Täuflings. Oft entsteht aber eine lebenslange Beziehung zwischen Patenkindern und Paten.

Kann man Taufpate sein, wenn man aus der Kirche ausgetreten ist?

Nein. Wer keiner christlichen Kirche angehört oder wer das Patenrecht nach der kirchlichen Ordnung verloren hat, kann in der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) nicht Patin oder Pate sein.

Wie kann man Taufpat:in werden, wenn man nicht am Wohnort des Täuflings wohnt?

Bei auswärtigen Patinnen und Paten wird die Kirchenmitgliedschaft durch einen Patenschein der zuständigen Pfarrerin oder des zuständigen Pfarrers nachgewiesen.

Gibt es ein Dokument, das Taufpat:innen erhalten?

Jeder Patin und jedem Paten soll ein Patenbrief überreicht werden.

Wenn sich eine oder ein Jugendliche:r im Rahmen der Konfirmation taufen lassen möchte, benötigt sie oder er dann Taufpat:innen?

Bei der Taufe im Rahmen einer Konfirmation sind keine Patinnen und Paten erforderlich. 

Was ist, wenn Eltern keine:n Taufpat:in finden?

Wenn Eltern keine Patinnen oder Paten benennen können, bemüht sich die Gemeinde, geeignete Patinnen und Paten zu finden. Die Taufe soll jedoch nicht von der Benennung von Patinnen und Paten abhängig gemacht werden.

Kann man das Patenamt niederlegen oder erlischt es mit dem Austritt aus der Kirche?

Die Streichung oder Aberkennung des Patenamts sowie die Änderung der Eintragungen im Stammbuch und im Kirchenbuch sind nicht zulässig. Allerdings ist es möglich, im Kirchenbuch zu notieren, dass aufgrund der Mitteilung von Patinnen, Paten oder der Eltern des Täuflings ein Patenamt nicht wahrgenommen wird. Es ist möglich, nachträglich Patinnen oder Paten zu benennen, die im Kirchenbuch eingetragen werden. Mit einem Kirchenaustritt ruht das Patenamt.

Quellen:
Lebensordnung der EKHN
Broschüre: Wenn Wort und Wasser sich zum Leben verbinden
Dr. Joachim Schmidt, Pfarrer i.R.

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