Evangelische Kirche in Hessen und Nassau
Kirche in grüner Natur mit Hinweis auf kühle Kirche

© Getty Images, robin olimb fukuchi, Michael Ränker, MDHS

Kirchen als kühle Schutzräume vor der Hitze
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Kühle Kirche: Kirchen bieten Schutz vor Hitze

veröffentlicht 01.06.2026

von Mareike Rückziegel, Onl.-Red.

Bundesweiter Hitze-Aktionstag am 11. Juni 2026: Kirchengemeinden stellen im Rahmen der Aktion „Kühle Kirche“ Schutzräume zur Verfügung und sensibilisieren für besseren Hitzeschutz.

Oft zählen sie mit zu den kühlsten Orten in Stadt und Land – und das ganz ohne Klimaanlage: Kirchen können mit ihren dicken, alten Mauern vielen Menschen Schutz vor Hitze bieten. Deshalb haben die Evangelische Kirche in Deutschland und die Diakonie Deutschland die Aktion #kühlekirche ins Leben gerufen – an besonders heißen Tagen öffnen Kirchen ihre Türen und bieten Schutz vor der Hitze. Mit Erfolg: In vielen Städten und Kommunen ist das Konzept sogar bereits Bestandteil kommunaler Hitzeschutzpläne.

Hitzeaktionstag am 11. Juni

Insbesondere am bundesweiten Hitzeaktionstag am 11. Juni 2026 sind Kirchengemeinden in ganz Deutschland dazu aufgerufen, ihre Kirchen als kühle Schutzräume vor der Hitze zu öffnen und für das Thema Hitzeschutz zu sensibilisieren: „Weite Teile des EKHN-Gebiets wie etwa die Rhein-Main-Region oder die Bergstraße zählen zu den heißesten Regionen Deutschlands“, sagt Dr. Maren Heincke, Referentin für den ländlichen Raum im Zentrum Bildung und Gesellschaft der EKHN (ZBG). „Der Klimawandel passiert direkt vor unserer eigenen Haustür, die negativen Folgen treffen nicht bloß die Länder des Südens, wie viele denken. Auch in Frankfurt zum Beispiel haben die Hitzetage mit Tropennächten zu- und die Frosttage abgenommen. Die langanhaltende Trockenheit hat den Frankfurter Wäldern stark geschadet. Gleichzeitig führen Extremwettersituationen zu mehr Starkregen und Überflutungen. Durch neu zugewanderte Tierarten wie die Asiatische Tigermücke drohen den Menschen neue schwere Erkrankungen. Hitze ist nicht nur eine Frage des (Un-)Wohlbefindens: Hitze ist eines der größten klimawandelbedingten Gesundheitsrisiken in Deutschland. Anhaltende Hitze kann sich unmittelbar negativ auf die Gesundheit auswirken, Herz-Kreislauf-Beschwerden verursachen und zu Dehydrierung oder Hitzschlag führen.“ 

Besonders schutzbedürftige Menschen

Wohnungslose Menschen sind besonders gefährdet. Auch die mentale Resilienz und die Arbeitsfähigkeit nehmen mit zunehmender Hitze ab, das Aggressivitätsniveau steigt. Viele Ältere und Menschen mit Vorerkrankungen leiden zusätzlich unter Vereinsamung, da sie ihre Wohnungen kaum noch verlassen können. Dr. Maren Heincke: „Neben Klimaschutzmaßnahmen sind vor allem Maßnahmen zur Klimawandelanpassung wie die Bepflanzung mit mehr Stadtgrün und Zugang zu Wasserstellen wichtig. Die Menschen benötigen kostenfreie Möglichkeiten, sich abzukühlen und zu erholen. Kirchengebäude können einer dieser ‚Kühlen Orte‘ sein.“
Mitmachen: #kühlekirche vor Ort
Am bundesweiten Hitzeaktionstag am 11. Juni beteiligen sich mehrere Kirchengemeinden an der Aktion. In Städten wie Mainz und Darmstadt (z.B. in der evangelischen Stadtkirche und in der katholischen Innenstadtkirche St. Ludwig), aber auch in ländlichen Regionen wie z.B. Beedenkirchen im Odenwald öffnen sich die Kirchentüren für einen Tag. Mittelfristig kann sich so eventuell sogar ein festes, zuverlässiges Angebot ‚Kühle Kirche‘ in Kooperation mit weiteren lokalen Akteuren aus Kommunen, Medizinsektor und Gemeinwesenarbeit entwickeln.

Ermutigung zur Beteiligung

„Vor allem zentral gelegene, leicht zugängliche und ältere Kirchen mit dicken Steinmauern eignen sich gut als ‚Kühle Kirche‘“, sagt Dr. Maren Heincke. „Und besonders hilfreich ist es, wenn es Menschen vor Ort gibt, die nicht nur zur Vorbeugung vor Diebstahl und Vandalismus nach dem Rechten sehen, sondern auch mit Rat und Tat zur Seite stehen: Mit bequemen Sitzmöglichkeiten wie Liegestühlen oder kleinen Sitzgruppen mit Tisch zum Beispiel, mit Beschäftigungsangeboten wie Büchern, Brett- oder Kartenspielen – oder einfach einem erfrischenden Glas Wasser! Auch eine kühle Kirche als Co-Working-Space ist denkbar, als Treffpunkt für die Krabbelgruppe oder als Gemeindecafé … der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt!“
Die EKHN unterstützt Gemeinden und Nachbarschaftsräume mit Ideen, Checklisten und Materialien. Weitere Informationen dazu sowie viele zusätzliche Tipps rund um das Thema Hitzeschutz gibt es auf der EKHN-Homepage:

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