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Tiere in der Bibel

Simon / PixabayDrei Kamele werden von einem Führer durch die Wüste geleitetKamele sind in der Bibel Tiere der Nomaden.

Zahlreiche Tiere bevölkern die Bibel, denn Menschen und Tiere lebten in einer Schicksalsgemeinschaft. Im Schöpfungsbericht schafft Gott die Landtiere einen Tag nach den Meerestieren und noch am selben Tag den Menschen. Diesen setzt er sofort über alle Tiere. „Seid fruchtbar und mehret euch und füllet die Erde und machet sie euch untertan und herrschet über die Fische im Meer und über die Vögel unter dem Himmel und über alles Getier, das auf Erden kriecht“ (1. Mose 1,28). Diese Herrschaft deutet die Bibel als hohe Verantwortung den Tieren gegenüber.

Höchste Wertschätzung der Tiere

Höchste Wertschätzung bringt die Bibel den meisten Tieren entgegen. Schließlich sind sie Lebensgrundlage der Hirten und Bauern, aber auch wertvollster Besitz, der außerdem auch als Brandopfer dargebracht werden muss. Weil sie so wertvoll sind, dürfen Tiere am Sabbat sogar aus dem Brunnen geholt werden (Lk 14,5), obwohl das Arbeiten untersagt ist. Und dem Feind darf der Esel nicht weggenommen werden, dem Esel des Feindes muss sogar in Notlagen geholfen werden. Dem arbeitenden Rind sollte ein Teil des Ertrags seiner Arbeit zugute kommen; deshalb sollte man ihm beim Dreschen das Maul nicht verbinden (5. Mose 25,4). Wertvoll waren die Tiere auch als Nahrungsquelle. Jesus lebt mit den Fischern und ermuntert sie, das Netz auszuwerfen... und sie „konnten's nicht mehr ziehen wegen der Menge der Fische“ (Johannes 21,6).

Reine und unreine Tiere

130 Tierarten kennt die Bibel. Sie werden aber nicht nach heutigen zoologischen Erkenntnissen eingeteilt, sondern in vier Gruppen: in Wassertiere und geflügelte Tiere, in Tiere des Landes sowie in Kriech- und Kleintiere. Die wichtigste Unterscheidung ist jedoch die zwischen reinen und unreinen Tieren. Nur die reinen Tiere durften gegessen oder auch geopfert werden. Einige Haustiere galten als rein wie Schafe, Ziegen und Rinder, weil diese Wiederkäuer sind und gespaltene Klauen haben. Auch Fische mit ihren Schuppen durften gegessen werden. Als unrein und damit ungenießbar, auch für das Opfer, das Gott zu bringen war, galten Kamele, Hasen und Schweine. 

Tiere bedrohen die Menschen in der Bibel

Die Tiere leben nicht nur mit den Menschen, die bedrohen ihn auch. So schickt Gott den Ägyptern zehn Plagen, davon vier Tierplagen, nämlich Frösche, Steckmücken, Stechfliegen und Heuschrecken. Immer bedrohten Raubtiere die umherziehenden Nomaden, aber auch die Bauern auf ihren Äckern. Offenbar gab es gefährliche Löwen. So berichtet das 1. Königsbuch über den König von Assyrien, der seine Völker in Samarien ansiedelte: „Als sie aber anfingen, dort zu wohnen, und den HERRN nicht fürchteten, sandte der HERR Löwen unter sie, die töteten sie“ (2. Könige 17,25).

Symbolische Bedeutung von Tieren

Sehr oft haben Tiere eine symbolische Bedeutung in der Bibel. Bekanntes Beispiel sind die Schafe im Psalm 23, die der gute Hirte schützt und pflegt. Jesus nennt sich selbst den guten Hirten. „Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie und sie folgen mir“ Johannes 10,27). Auch vergleicht Jesus Mensch und Tier und preist die Sorglosigkeit der Vögel, die von Gott mit Nahrung versorgt werden (Mt 6,26). Und Jesus spricht in Tierbildern darüber, wie sich die Menschen verhalten sollen: „Siehe, ich sende euch wie Schafe mitten unter die Wölfe. Darum seid klug wie die Schlangen und ohne Falsch wie die Tauben“ (Mt 10,16). Das Reich des sehnlich erwarteten Messias, das der Prophet Jesaja ausmalt, handelt vom zukünftigen Tierfrieden: „Wolf und Lamm sollen beieinander weiden; der Löwe wird Stroh fressen wie das Rind, aber die Schlange muss Erde fressen“ (Jesaja 65,25).

Das Lamm

Knarrhultpia / Pixabayein schwarzes und ein weißes Schaf strecken ihre Hälse umeinanderSchafe sind in der Bibel Nutztiere und Opfertiere.

Zu den theologisch wichtigen Tieren zählt das Lamm, nicht nur, weil es ein wichtiges Opfertier war (2. Mose 12,3), sondern weil Jesus selbst zum „Lamm Gottes“ wird, „das der Welt Sünde trägt.“ (Johannes 1,29). Jesus ist auch der „gute Hirte“, der „lässt sein Leben für die Schafe“ (Joh 10,11). So ist das Lamm Thema vom zweiten Kapitel der Bibel bis zum vorletzten Kapitel, der Offenbarung. Dort wird das Lamm zum Erlöser in einer neuen Schöpfung: „Das Lamm mitten auf dem Thron wird sie weiden und leiten zu den Quellen lebendigen Wassers, und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen“ Offenbarung 7,17).

Die Schlange

skessze / pixabayeine grüne Schlange, zusammengerolltDie Schlange verkörpert in der Bibel das Böse.

Eines der bekanntesten Tiere der Bibel ist die Schlange, die listiger war „als alle Tiere auf dem Felde“ (1. Mose 3,1) und das Verderben in die Welt bringt, weil die Menschen auf ihren Rat hören. Die Geschichte vom Sündenfall erklärt, warum die Menschen nicht im Paradies leben. Vor Schlangen fürchteten die Menschen sich offenbar besonders. Moses Begleiter Aaron bekommt von Gott eine Art Zauberstab: „Da gingen Mose und Aaron hinein zum Pharao und taten, wie ihnen der HERR geboten hatte. Und Aaron warf seinen Stab hin vor dem Pharao und vor seinen Großen, und er ward zur Schlange“ (2. Mose 7,10). Am Ende, wenn der Herr diese Welt erlöst, soll es aus sein mit der bösen Schlange: „Und es wurde hinausgeworfen der große Drache, die alte Schlange, die da heißt: Teufel und Satan, der die ganze Welt verführt“ (Offenbarung 12,9). Den ökologischen Wert der Schlangen und ihre Rolle in der Natur konnten die Menschen der Bibel noch nicht erkennen. Sie erlebten diese hochgiftigen Kriechtiere als lebensbedrohlich.

Der Esel

tepic / istockphotoEin Esel schaut aus seinem Stallfenster und will offenbar gern hinausDer Esel ist in der Bibel ein hochgeschätztes Lasttier, auf dem auch Jesus reitet.

Der Esel war vor allem Lasttier, in der Frühzeit auch Reittier der Vornehmen. Den Esel hatte man immer dabei, so auch Abraham als er aufbricht, um seinen Sohn Issak zu opfern: „Da stand Abraham früh am Morgen auf und gürtete seinen Esel und nahm mit sich zwei Knechte und seinen Sohn (1. Mose 22,3). Esel und Rind durften als besonders wichtige Tiere die Sabbatruhe genießen. „Sechs Tage sollst du deine Arbeit tun; aber am siebenten Tage sollst du ruhen, auf dass dein Rind und Esel sich ausruhen und deiner Sklavin Sohn und der Fremdling sich erquicken (2. Mose 23,12). In der Erzählung von Bileam kann der Esel sogar sprechen und wird zu Gottes Gehilfen: „Da tat der HERR der Eselin den Mund auf, und sie sprach zu Bileam: Was hab ich dir getan, dass du mich nun dreimal geschlagen hast?“ (4. Mose 22,28). 

Die meisten Menschen sind sich ganz sicher, dass an der Krippe Ochs und Esel standen. Tatsächlich weiß das Neue Testament nichts davon. Aber schon zu Jesu Zeiten könnte man diese Bemerkung des Propheten Jesaja im Ohr gehabt haben: „Ein Ochse kennt seinen Herrn und ein Esel die Krippe seines Herrn (Jesaja 1,3a). Auch der Prophet Sacharja kündigt den Messias mit einem Esel an: „Siehe, dein König kommt zu dir, ein Gerechter und ein Helfer, arm und reitet auf einem Esel, auf einem Füllen der Eselin“ (Sacharja 9,9b). Und so berichtet dann das Neue Testament wie Jesus auf einem Esel in die Stadt Jerusalem einreitet. (Matthäus 21)

Die Taube

MiniMe-70 / Pixabayzwei Tauben sitzen auf einem Ast, einander zugewandtDie Taube ist in der Bibel nicht nur ein Symbol für den Heiligen Geist, sondern auch Vorbild an Sanftheit

Die Taube ist nicht nur das Bild für Gottes Geist, wie bei der Taufe Jesu: „Und alsbald, als er aus dem Wasser stieg, sah er, dass sich der Himmel auftat und der Geist wie eine Taube herabkam auf ihn“ (Markus 1,10). Noah hat auch bei der Sintflut eine Taube eingesetzt, um trockenes Land zu finden:  „Da aber die Taube nichts fand, wo ihr Fuß ruhen konnte, kam sie wieder zu ihm in die Arche“ (1. Mose 8,9). Tauben waren auch Opfertiere: „Will er aber von Vögeln dem HERRN ein Brandopfer darbringen, so bringe er's von Turteltauben oder andern Tauben“ (3. Mose 1,14). Und Tauben sind einfach schön: „Siehe, meine Freundin, du bist schön; schön bist du, deine Augen sind wie Tauben“ (Hoheslied 1,15).

Text Hans Genthe

 

Empfehlung zur vertieften Lektüre: 

Theologisches Bibellexikon in www.bibelwissenschaft.de

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Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist, und was der HERR von dir fordert,
nämlich Gottes Wort halten und Liebe üben und demütig sein vor deinem Gott.

Micha 6, 8

Bild: Mit freundlicher Genehmigung von Hans Genthe

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