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Evangelische Adventskalender 2022

© gettyimages, diane555AdventskalenderDer bis heute beliebte Adventskalender geht auch auf evangelische Wurzeln zurück: Der Pfarrersohn Gerhard Lang aus Baden-Württemberg ließ den ersten Adventskalender drucken

Adventskalender sind der beste Beweis, dass sich Wartezeiten genussvoll, besinnlich, kreativ und überraschend gestalten lassen. Für viele ist es ein lieb gewonnenes Ritual während der 24 Tage im Dezember bis zum Weihnachtstag geworden: Noch vor dem Frühstück wird voller Spannung das passende Türchen geöffnet. Dabei ist die Vielfalt der Adventskalender riesig - ob selbst gemacht, gekauft oder digital. 

Evangelische Adventskalender 2022

Auch die evangelische Kirche hat liebevoll, abwechlungsreich und besinnlich gestaltete Adventskalender entwickelt. Diese lassen sich online aufrufen:

© Ev. MDHS StuttgartFamilien-Adventskalender

Familien-Adventskalender 2022

Vom 1. bis 24. Dezember gibt es auf www.dein-familienadventskalender.de täglich eine Video-Überraschung mit Wissenswertem rund um Advent und Weihnachten, Rezepten, Basteltipps, Weihnachtsrätseln und vielem mehr. Der Online-Kalender ein Angebot der Evangelischen Medienhaus GmbH, Stuttgart, und richtet sich an Familien und Kinder im Grundschulalter.

zum Familien-Adventskalender 2022 

© MDHSAdventskalender "Ohrenweide"

Evangelische Adventskalender 2022 - eine Ohrenweide

Mit kleinen Hörstücken schafft der evangelische Adventskalender Inseln der Besinnung - zum Kraft schöpfen. Gedichte, alte Geschichten, moderne Gedanken und Bibeltexte zur Adventsstimmung bei. Der Kalender gehört zum Ohrenweide-Podcast, für den der Radio- und Hörbuchsprecher Helge Heynold zusammen mit der evangelisch.de-Redaktion die Texte auswählt und einliest.

Evangelischer Adventskalender

direkt zum Podcast "Ohrenweide"

Geschichte des Adventskalenders

Erfindungsreiche Eltern

Lange bevor es gedruckte Adventskalender gab, waren einfallsreiche Eltern auf die Idee gekommen, ihren Kindern die Wartezeit auf Heiligabend mit selbst gestalteten Zählhilfen deutlich zu machen. Schon im 19. Jahrhundert backten oder bastelten Eltern - meist aus dem protestantischen Umfeld - einen Adventskalender. Beispielsweise stellten sie eine Leiter aus Holz oder Pappe auf, auf der dann das "Christkind" jeden Tag eine Sprosse vom Himmel herabstieg. 

Das erste Druckexemplar

Erst Anfang des 20. Jahrhunderts erschienen die ersten professionell gedruckten Exemplare der Wartehilfe. Vor genau hundert Jahren veröffentlichte eine evangelische Buchhandlung in Hamburg eine so genannte Weihnachtsuhr für Kinder, mit erleuchtetem Tannenbaum im Zentrum des Zifferblatts und Rehlein und Hase im Vordergrund. 1908 verließ im Schwäbischen ein noch fensterloser Adventskalender die Druckerpresse. Gerhard Lang, Teilhaber einer lithografischen Anstalt, hatte sich - als Pfarrersohn in Maulbronn aufgewachsen - von dem Kalender inspirieren lassen, den seine Mutter gebastelt hatte. Etwa seit 1920 erschienen dann die ersten Kalender mit Türchen. Diejenigen aus der badischen Sankt-Johannis-Druckerei zeigten zwar keine Bildchen dahinter, dafür aber Bibelverse. 

Niedergang und Neubeginn 

Der Zweite Weltkrieg unterbrach den Boom des Adventskalenders. Das Papier war knapp. Außerdem durften keine Bildkalender produziert werden. Der Richard-Sellmer-Verlages brachte dann 1946 den ersten Adventskalender der Nachkriegszeit heraus. Eines der Motive aus den ersten Jahren ist heute noch populär. Die Bestellnummer 930 "Domplatz von 1947" gibt es als Reprint, berichtet Frank Sellmer, der das Stuttgarter Familienunternehmen fortführt. 

Kalorien statt Bibelverse

Seit 1958 wird der Countdown bis zum Weihnachtsfest mit Schokolade hinter den Türchen zusätzlich versüßt. Allen modischen Trends zum Trotz, die in Bierdosen-Adventskalendern für Kegelbrüder oder dem Auftritt im Internet gipfeln, mit denen Modefirmen ihre Kunden mit einer Werbebotschaft überraschen - der beliebteste Kalender bleibt der nostalgische auf Karton.

Von Deutschland in die Welt

Die Adventskalender made in Germany sind begehrt. In Europa sowieso. Aber auch in den USA, in Japan, selbst in den Vereinigten Arabischen Emiraten oder in Südafrika sind Kinder neugierig zu erfahren, was sich hinter der Perforation eines Fensterchens verbirgt. 

Lebendige Adventskalender in vielen evangelischen Kirchengemeinden

Einen ganz besonderen Adventkalender organisieren auch viele evangelische Kirchengemeinen in Hessen und Nassau, den so genannten "lebendigen Adventskalender".  Dafür treffen sich meist täglich zu einer bestimmten Uhrzeit Besucher:innen an einem zuvor vereinbarten Ort. Hierfür schmücken die wechselten Veranstalter oft ein Fenster, eine Haustür oder ein Haus. 

mehr über lebendige Adventskalender 

[D. Lorek / red]

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epd-Video - Kinder erklären: Was ist ein Adventskalender?

Lebendige Adventskalender

Hinter den Türen der „lebendigen Adventskalender“ stecken echte Menschen: Jeden Tag im Advent öffnet eine andere Gastgeberin oder ein Gastgeber die Eingangstür, um eine bunte Gruppe von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen zu begrüßen. Organisiert wird diese Aktion häufig von den Kirchengemeinden vor Ort, die dann zum gemeinsamen Singen, Beten und Unterhalten einladen. Die Türen öffnen sich zu unterschiedlichen Häusern – ob zu Wohnhäusern, Einrichtungen wie evangelischen Kindertagesstätten oder Geschäften.  
Besucher und Gastgeber überraschen sich dabei gegenseitig mit Aufmerksamkeit, Liedern oder Naschereien. Zum Teil sind die „lebendigen Adventskalender“ mit einer Spendenaktion verbunden, deren Erlöse beispielsweise Kindern in Not zugutekommen.
mehr über lebendige Adventskalender

Es geht darum, die Menschen zu werden,
die wir in Gottes Augen sind.
Und es geht darum, das zu leben,
was wir in Gottes Augen sind!

(Volker Jung)

Volker Jung

Bild: Mit freundlicher Genehmigung von Quelle: gettyimages, stockam

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