Evangelische Kirche in Hessen und Nassau
Brennende, lange, gelbe Kerzen in einer Kirche

© Getty Images, georgi1969

Gemeinsam für Frieden beten
  • Beten
  • Frieden statt Krieg und Gewalt

Worte aus dem Nahen und Mittleren Osten – in Verbundenheit für Frieden beten

veröffentlicht 27.03.2026

von Online-Redaktion der EKHN

Aus dem Libanon, dem Iran, aus dem Heiligen Land und anderen Regionen des Nahen und Mittleren Ostens erreichen uns Worte, die mitten im Krieg Hoffnung tragen. Menschen, die selbst von Krieg und Angst betroffen sind, teilen ihre Gebete und wir können ihnen im Mitbeten Kraft und Verbundenheit schenken.

So können Sie helfen:

Spenden für das Ahli Arab Hospitals im Gaza-Streifen

Mit einer Spende setzen Sie ein Zeichen der ökumenischen Verbundenheit und leisten einen Beitrag zur dringend benötigten humanitären Hilfe. Das Ahli Arab Hospital ist in Trägerschaft der „Bischöflichen Kirche in Jerusalem und dem Mittleren Osten“, die Mitglied der Evangelischen Mission in Solidarität (EMS) ist. Auch die EKKW und die EKHN sind Mitglieder der EMS und im Unterstützendenkreis des Ahli Arab Hospitals aktiv.

Spendenkonto 

Evangelische Mission in Solidarität
Evangelische Bank eG
IBAN: DE85 5206 0410 0000 0001 24
BIC: GENODEF1EK1
Stichwort: Krankenhaus Ahli Arab

Nothilfe für den Libanon

Das Gustav-Adolf-Werk Hessen und Nassau ruft zu Spenden auf, um die Not der Geflüchteten im Libanon zu lindern.

zum Spendenaufruf für den Libanon

Viele Menschen fühlen sich in diesen Tagen unruhig. Meldungen über Krieg, neue Krisen und die angespannte Lage im Nahen und Mittleren Osten, vom Libanon bis in den Iran lassen kaum jemanden kalt. Zwischen Angst und Erschöpfung wächst gleichzeitig die Sehnsucht nach Frieden, Hoffnung und einem Gefühl von Verbundenheit. „Niemand muss in dieser Situation allein bleiben. Wenn Menschen zusammen beten, kann etwas entstehen, das uns alle stärkt“, ermutigt Pfarrer Dr. Andreas Goetze, Referent Interreligiöser Dialog Schwerpunkt Islam/ Christ:innen im Mittleren Osten. Er berichtet: „Das gemeinsame Gebet hat mich zutiefst berührt. Das Gebet zeigt einen Weg aus Ohnmacht und Angst zu Hoffnung. Und solch eine Hoffnung stiftende Gemeinschaft öffnet für Empathie und neues bewusstes Handeln“. Goetze verdeutlicht, dass Kirchen im Nahen und Mittleren Osten in ihrer Existenz bedroht sind, weil Herrschende Religion für ihre nationalistischen Macht- und Territorialansprüche missbrauchen.

Miteinander beten und Hoffnung stärken

Der Ökumenische Rat der Kirchen hat zum ersten weltweiten Friedensgebet eingeladen, bei denen Mitbetende online teilnehmen konnten. Zuvor hatten Leitende christliche Geistliche aus dem Mittleren und Nahen Osten den Ökumenischen Rat der Kirchen gebeten, gemeinsam für Frieden, Gerechtigkeit sowie ein Ende der Gewaltspirale zu beten. Dieses erste Friedensgebet am 26. März 2026 hat sich auf den Nahen und Mittleren Osten ausgerichtet. Denn die aktuellen Krisen und Kriege bedrohen Millionen Menschen. Die Mitglieder der christlichen Kirchen, die im Nahen und Mittleren Osten seit rund 2.000 Jahren ihren Glauben leben, fühlen sich als Minderheit zwischen allen Fronten zerrieben.  Der Ökumenische Rat überlegt, bei diesem Online-Gebetsformat auch andere Krisenregionen wie Sudan oder Kuba aufzunehmen.

Worte einer jungen Libanesin an die Welt

Auch im Libanon spüren viele die Folgen der aktuellen Krise. Einige Stadtteile Beiruts sind von Gefechten betroffen, Familien mussten fliehen und das alltägliche Leben ist von Angst und Unsicherheit geprägt. Aus dieser Erfahrung heraus hat eine junge Frau der Armenisch Evangelischen Kirche von Nor Marash in Beirut, ihr persönliches Gebet geteilt:

Gott,
ich komme zu Dir
nicht als jemand Starkes,
sondern als junger Mensch an einem Ort,
der sich schwer anfühlt.

Du kennst unsere Ängste, Kämpfe, Herausforderungen;
die Angst vor dem Lärm von Flugzeugen und Bomben
und die stillen Sorgen, die wir mit uns tragen.

Herr, halte uns fest und erinnere uns daran,
dass wir nicht allein sind.
Gib uns Mut, die Hoffnung nicht aufzugeben,
Güte statt Wut,
Geduld statt Angst und
Hoffnung statt Verzweiflung zu wählen.

Lass Deinen Frieden hier im Libanon herrschen
und von diesem kleinen Ort aus sich über den Nahen Osten
und die leidende Welt ausbreiten.
Nimm uns,
damit wir ein Licht, Zuhörende
und Träger Deines Friedens werden.

Amen.

(aus der Armenian Evangelical Church of Nor Marash)

Vom Beten zum Handeln

„Unabhängig davon, wo wir uns geografisch befinden: Wenn wir gemeinsam beten, sprechen wir gemeinsam mit Gott – in denselben Worten, in derselben Kraft“, ermutigte Pfarrer Prof. Dr. Jerry Pillay, der Generalsekretär des ÖRK. Auf die Kraft der Gebete angesichts des Krieges vertraut auch Michel Abs, Generalsekretär des ökumenischen Kirchenrates des Nahen Ostens in Beirut. Gleichzeitig hat er gefordert: „Unsere Gebete müssen über Worte hinausgehen und sich in konkretem Einsatz für Gerechtigkeit und mitfühlendes Handeln für die am stärksten Betroffenen niederschlagen.“

Deshalb hat der orthodoxe Christ aus Nahost betont: „Der Ökumenische Rat der Kirchen und seine Partner erinnern alle Beteiligten an die Pflicht, Zivilisten zu schützen, Angriffe auf Wohnhäuser und öffentliche Plätze zu unterlassen und das humanitäre Völkerrecht zu achten.“

Und er hat ermutigt: „Lasst uns niemals die Hoffnung verlieren. Die Liebe Christi kann Leid und Spaltung in Versöhnung und Einheit verwandeln.“

Hoffnung unter Druck: eine Stimme aus dem Iran

Auf diese Hoffnung setzt auch ein Betender der Evangelisch-Presbyterianische Kirche im Iran:

Barmherziger und allmächtiger Gott,
du bist unsere Zuflucht und Stärke,
ein Helfer in Zeiten der Not.

Wir bringen dir das Volk des Iran,
die Unterdrückten, die in Angst leben
und die sich nach Gerechtigkeit und Freiheit sehnen.

Herr, erbarme dich.
Stärke deine Kirche in diesem Land,
jene, die im Verborgenen beten,
die mutig Zeugnis ablegen und
um Christi willen Not ertragen.
Sei ihr Schutz und ihr Friede.
Halte das Böse zurück.

O Herr, und steh den Unterdrückten bei.
Tröste die Trauernden,
beschütze die Schwachen
und bringe Licht in jedes Dunkel.
Schenke uns treue Herzen,
damit wir im Gebet und in Solidarität zusammenstehen
und auf deine Gerechtigkeit und unendliche Liebe vertrauen.
Durch Jesus Christus, unseren Herrn.

Amen.

(Aus der Evangelisch-Presbyterianische Kirche im Iran)

Beten, Gerechtigkeit üben und auf Gottes Zeit warten

„Beten und Gerechtigkeit üben sind untrennbar miteinander verbunden“, hat Bischof i. R. Prof. Dr. Heinrich Bedford‑Strohm betont, Moderator des Zentralausschusses des ÖRK. Der Geistliche aus Deutschland versichert, dass „wir für die Würde kämpfen werden, die jedem Menschen zusteht“ – ob es um gewaltsame Angriffe, jahrzehntelange Besatzung, Siedlergewalt oder andere Formen der Ungerechtigkeit geht.

Dabei erinnerte Bedford‑Strohm an den deutschen Theologen Dietrich Bonhoeffer, der das christliche Leben als Dreiklang beschrieben hat: beten, Gerechtigkeit üben und auf Gottes Zeit warten. Bedford‑Strohm ermutigt: „Genau das wollen wir tun!“

Gebetsruf nach Heilung

Aus dieser Haltung heraus teilt eine libanesische Vertreterin der Orthodoxen Jugendbewegung des Griechisch Orthodoxen Patriarchats von Antiochien ihr Friedensgebet:


O Gott des Erbarmens,
wir treten voller Hoffnung vor Dich
und legen den Nahen Osten Deiner liebevollen Fürsorge an.

Wir beten für alle Verletzten.
Schenke ihnen Heilung an Leib, Seele und Geist.

Wir gedenken der Verstorbenen.
Nimm sie in Deinen ewigen Frieden auf
und tröste die Trauernden.

Wir vertrauen Dir alle Leidenden an,
die Vertriebenen, die Ängstlichen, die Erschöpften, die Trauernden.

Lass Deine Gerechtigkeit sich erheben,
Deine Barmherzigkeit fließen und
Dein Friede in jedem Land Wurzeln schlagen.

Amen

(aus der Orthodoxen Jugendbewegung des Griechisch Orthodoxen Patriarchats von Antiochien)

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