Evangelische Kirche in Hessen und Nassau
Zwei Hände sind flach geöffnet. Auf ihnen liegt eine weiße Taube aus Papier. Blauer Huntergrund.

Getty Images / Ekaterina Dorozhkina

Wir haben die Friedenstaube in Händen.

Friedensgebete

veröffentlicht 09.11.2023

von Online-Redaktion der EKHN

Die Nachrichten über militärische Angriffe und Kriege reißen nicht ab. Das Leid ist unermesslich. Gebete können dem Schmerz und der Sehnsucht nach Frieden Ausdruck verleihen.

Manchmal lässt sich das Entsetzen kaum in Worte zu fassen. Im Gebet klagen und bitten – das kann befreien. Beten drückt Vertrauen aus. Gott steht auf der Seite der Leidenden, der Schwachen, der Verletzten, der Toten. Beten schenkt Hoffnung. Die folgenden Gebete sind Anregungen um Worte zu finden, wenn es eigentlich keine Worte mehr gibt.

Beten - angesichts des Kriegs. Beten - trotzdem. Beten - für den Frieden. 

Gebet der Vereinten Nationen

Gott,
unsere Erde ist nur ein kleines Gestirn im großen Weltall.
An uns liegt es,
daraus einen Planeten zu machen,
dessen Geschöpfe nicht von Kriegen gepeinigt werden,
nicht von Hunger und Furcht gequält,
nicht zerrissen in sinnlose Trennung nach Rasse,
Hautfarbe oder Weltanschauung.

Amen

(Ausschnitt aus dem Gebet der Vereinten Nationen)

Die mit Tränen säen

Gott,
Frieden gabst du schon, Frieden muss noch werden,
wie du ihn versprichst uns zum Wohl auf Erden.
Hilf, dass wir ihn tun, wo wir ihn erspähen -
die mit Tränen säen, werden in ihm ruhn.
AMEN

(aus: "Komm, Herr, segne uns" von Propst Dieter Trautwein, geb. 1928, gest. 2002)

Gebet für den Frieden

Gott, um gut miteinander leben zu können, braucht es Frieden.
Das wissen wir und doch gibt es Kriege.
Seit Menschengedenken auf der ganzen Welt.
Wann hört das auf?

Dein Friede Gott ist größer als unsere Vernunft.
Größer und weiter und höher als alle Grenzen, alle Macht und aller Hass.
Deshalb bitten wir dich.
Für alle Menschen, die im Krieg leiden und sich nach Frieden sehnen.
Die auf der Flucht sind.
Die verletzt sind an Leib und Seele.
Die Angst haben um ihre Angehörigen.
Die um ihre Toten trauern.

Wir bitten für alle, die ihre Türen öffnen, um Geflüchtete aufzunehmen,
die für Menschenwürde einstehen und Gastfreundschaft leben.
Wir bitten für alle, die nach Lösungen suchen.
Für alle, die politische und humanitäre Hilfe anbieten
und Verantwortung übernehmen.
Gott, wir bitten dich,
nimm Du dich ihrer an.

Amen

(Pfarrerin Pia Baumann, Zentrum Verkündigung der EKHN

Multireligiöses Friedensgebet nach dem Hamas-Terror-Angriff und seinen Folgen

Kurzes Willkommen
Stille – Klangschale – Stille

Entsetzt, wütend und traurig schauen wir
auf die blutigen Ereignisse in Israel und Palästina.
Die Worte versagen in dem Moment,
der Atem stockt,
der Schock sitzt tief.
Der Schmerz vergeht nicht.
Plötzlich unbehaust.
Nichts kann die blinde Gewalt,
den Terror der Hamas gegen unschuldige Zivilisten rechtfertigen.

Stille

Unsre Worte kommen nur zögernd.
Wir brauchen Raum zur Trauer.
Für unseren Schmerz. Auch für den Schmerz der Anderen.
Juden, Christen, Muslime, Israelis, Palästinenser,
Arbeitsmigranten von den Philippinen oder aus Thailand.
Das fällt uns nicht leicht. Wir zögern.
Und doch suchen wir nach den Brücken, die uns Wege zeigen,
die gemeinsame Menschlichkeit zu erkennen, die uns alle verbindet.
Wie mühsam muss es für die Liebe sein, hindurch zu scheinen.
Eine zarte Hoffnung begleitet uns:
Möge durch das Entsetzen und die Traurigkeit
G´ttes Schalom, Allahs Saalam, Gottes Geist des Friedens und der Gerechtigkeit
ein wenig durchscheinen.

Stille

In unseren Gedanken und Gebeten gedenken wir der Opfer
und beten für die Verletzten und die Trauernden.
Wir bangen mit den Angehörigen um die Entführten.
Wir denken an die Not und die Ängste der Menschen,
die im Gaza-Streifen leben und nicht wissen, wohin sie fliehen sollen.
In der Trauer und Sorge um alle Menschen in dieser Region
sind wir mit unseren Partnerinnen und Partnern,
unseren Freudinnen und Freunden, mit allen Menschen vor Ort verbunden.

Wir beten für ein Ende des Blutvergießens
und eine neue lebensfördernde Perspektive für alle, die in diesem Land leben.
Die Ablehnung jeglicher Gewalt
wurzelt in der Überzeugung all unserer Religionen,
dass Konflikte nachhaltig nur gewaltlos geregelt werden können.

Musik

Nacheinander mit allen Beteiligten:
Texte aus den Religionen/ Gebete/ Wünsche für den Frieden
z. B. In aller Sprachlosigkeit leihen wir uns Worte,
die für uns zart eine andere Perspektive aufleuchten lassen

Psalm 85, 8-14 (Übersetzung Basisbibel empfohlen):
Wer hört noch zu im Angesicht des lauten Getöses?
Auf dass wir nicht zu den Dummheiten zurückkehren …

von Pfarrer Dr. Andreas Goetze

Musik

Gebet nach den Vereinten Nationen:
Gott, unsere Erde ist nur ein kleines Gestirn im großen Weltall.
An uns liegt es, daraus einen Planeten zu machen,
dessen Geschöpfe nicht von Kriegen gepeinigt werden,
nicht von Hunger und Furcht gequält,
nicht zerrissen in sinnlose Trennung nach Ethnie,
Nation, Geschlecht, Hautfarbe oder Weltanschauung.

Gib uns Mut und Voraussicht,
schon heute mit diesem Werk zu beginnen,
damit unsere Kinder und Kindeskinder
einst stolz den Namen Mensch tragen.

Amen.

 

Gott, sei bei den Opfern

Tagesgebet zur Situation in Israel

Traurig sind wir und verzagt.
Kommen zu dir und suchen den Frieden
in uns und miteinander und in der Welt.
Zwischen Israelis und Palästinensern.
Zwischen Ukraine und Russland,
Ach Gott, so viel Zwietracht und Leid.

Amen

(Pfarrerin Sabine Müller-Langsdorf)

Fürbittengebet zur Situation in Israel

Ewiger Gott, wir beten für die Familien,
die um ihre Toten durch Terror und Krieg trauern.
Tröste sie mit deiner Nähe.

Großer Gott, wir beten für die internationale Gemeinschaft
um Schritte zu einem gerechten Frieden in Israel
und in so vielen Ländern deiner Welt.

Barmherziger Gott, für die politisch, militärisch und religiös Verantwortlichen
bitten wir um ein verständiges Herz.
Damit sie immer neu Gut und Böse unterscheiden
und suchen, was den Menschen dient.

Liebender Gott, fülle unser aller Herz mit deinem Frieden.
Aus ihm leben wir. Für ihn wollen wir sorgen.
Im Kleinen wie im Großen. Amen

(Pfarrerin Sabine Müller-Langsdorf)

Gott, siehst du die Menschen in der Ukraine?

Du bist ein Gott, der sieht.
Siehst du die Menschen in der Ukraine, Gott? ...
Die Menschen ohne Obdach,
die Alten in zerstörten Häusern,
die Kinder in bebenden Kellern?
Siehst du, Gott, die Soldaten im Gefecht,
und in den Wäldern die Deserteure?
Wo bist du, Gott? Sieh! 

Amen.

(nach Friedensandacht Jahreslosung 2023, Zentrum Oekumene EKHN EKKW)

Gott, ich habe Angst. Hilf uns!

Social Media

Das könnte dich auch interessieren

Mehr Artikel anzeigen
Evangelische Kirche in Hessen und Nassau

Aktuelle Nachrichten, geistliche Impulse

Bleiben Sie digital mit uns in Kontakt und wählen Sie aus, welche Themen Sie interessieren.

Newsletter entdecken