Evangelische Kirche in Hessen und Nassau
Mann hält einer Frau die Augen zu und will sie überraschen

© Getty Images, macniak

Paare können sich bei Segnungs-to-go-Veranstaltungen spontan segnen lassen

Segnung-to-go: Feierlicher Segen oder spontane Trauung für Liebespaare

veröffentlicht 09.04.2024

von Rita Haering

"Heiraten und Segnung-to-go" bietet Paaren die Möglichkeit, ihre Liebe individuell und stimmungsvoll zu feiern, ohne Vorbereitungsstress. In den nächsten Monaten sind Liebende in Idstein, im Odenwald und der Wetterau eingeladen.

Kirchliche Feiern wie "Trausegen-to-go", "Einfach heiraten" oder "Segnung-to-go" ermöglichen es Paaren, sich unter Gottes Segen zu stellen, unabhängig von ihrer Lebenssituation. Diese spontanen Segensfeiern sind ideal für Paare, die eine alternative, individuelle und stilvolle Zeremonie für ihre Beziehung suchen. Evangelische Pfarrer:innen oder Prädikant:innen  sprechen dann den Liebenden den Segen zu.

Kirchlicher Trausegen für Brautpaare, Segnung für alle anderen Paare

Nachdem das Pop-Up-Hochzeitsfestival 2022 in Berlin sehr gut angenommen wurde, laden weitere evangelische Kirchengemeinden, Nachbarschaftsräume oder Segensaktionen zu diesen Veranstaltungen in die Kirche ein – auch in Hessen-Nassau.

Zwei Varianten sind möglich:

  1. Paare, die bereits standesamtlich geheiratet haben, können sich spontan bei einer „Trauung to go“ das kirchliche Ja-Wort geben.
  2. Alle anderen Paare erhalten die Möglichkeit, sich segnen zu lassen.

Bei diesen spontanen Segensfeiern sind somit Brautpaare, queere Paare, langjährige unverheiratete Paare ohne Trauschein, Ehepaare oder frisch Verliebte willkommen. 

Spontane Trauung als Zusatzangebot zum klassischen Traugottesdienst

„Eine Pop-Up-Hochzeit oder ein Beziehungssegen-to-go sind eine wunderbare, individuelle Gelegenheit für Paare in ihren vielfältigen Lebenswirklichkeiten“, erklärt Pfarrerin Pia Baumann, Referentin für Gottesdienst im Zentrum Verkündigung der EKHN. Sie betont, dass Trauungen-to-to nicht den klassischen, evangelischen Traugottesdienst ersetzen sollen, sondern sie sind ein zusätzliches, ergänzendes Angebot.

Passend für unterschiedliche Bedürfnisse und Lebenssituationen

Eine spontaner Trau- oder Beziehungssegen ist für unterschiedlichste Paare interessant:

  • Für Paare, für die eine klassische Ehe keine Option ist, die aber dennoch gemeinsam verbindlich ihr Leben gestalten möchten.
  • Für Paare, die gerne nur zu zweit oder im kleineren Kreis feiern möchten.
  • Für Brautpaare, die ihre kirchliche Trauung mit weniger Aufwand und begrenztem Budget, aber dennoch in festlichem Rahmen feiern möchten. Sie können sich mit oder ohne Trauzeugen kirchlich trauen lassen.
  • Für Paare, deren Lebenssituation nicht zu einer klassischen Trauung mit Familienfeier passt, weil beispielsweise eine:r von beiden einer anderen Religion angehört, der Kontakt zur Ursprungsfamilie schwierig ist oder gerade viele Veränderungen wie beispielsweise ein Umzug anstehen.
  • Für Ehepaare, die ihr Eheversprechen erneuern möchten.
  • Für Paare, die einfach Lust und Interesse an einer individuellen, alternativen und stilvollen evangelischen Zeremonie für ihre Beziehung haben.

Möglicher Ablauf einer Segensfeier-to-go

In Anlehnung an die Broschüre „Segenshochzeiten: Heiraten einfach anders!“ von midi (Evangelische Arbeitsstelle für missionarische Kirchenentwicklung und diakomische Profilbildung) kann eine Segensfeier-to-go so ablaufen:

  1. Anmeldung mit Personalausweis
  2. Kontakt zur Pfarrperson oder Prädikant:in, welche die Segnung oder Trauung vornehmen wird. Gemeinsam wird ein kurzes Traugespräch geführt, bei dem folgendes gemeinsam ausgewählt wird:
    der Segensspruch,
    die Musik und
    ein stimmiges Ritual.
  3. Einzug mit Musik zur Segensstation
  4. Begrüßung
  5. Ansprache an das Paar
  6. Segensritual (einfacher Segen mit Handauflegen, flechten eines Segensbandes mit Liebeserklärung, Ringtausch bei der Trauung )
  7. Kuss
  8. Lied
  9. Konfetti / Seifenblasen
  10. Aufnahme des Hochzeitsfotos
  11. Überreichen einer Erinnerungskarte
  12. Sektempfang und Kulinarisches

Besonderheiten des Segens-to-go

Gottesdienst-Referentin Pia Baumann erzählt, was eine „Trauung-to-go“ ausmacht:

  • Mehrere Pfarrer:innen und Prädikant:innen stehen bereit, um Segnungen oder Trauungen vorzunehmen.
  • Paare können zwischen verschiedenen liebevoll geschmückten Stationen innerhalb oder auch vor der Kirche wählen, an denen sie gesegnet, bzw. getraut werden können, z.B. vor dem Altar, draußen unter einem Baum oder unter einem Hochzeitsbogen.
  • Die Segens-Inseln werden in und um die Kirche so gestaltet, dass kein Gedränge entsteht.
  • Der Kleidungsstil der Paare und ihrer Gäste ist vielfältig – von lässig-alltäglich bis festlich.
  • Obwohl mehrere Paare getraut, bzw. gesegnet werden, zeigt die bisherige Erfahrung, dass die Stimmung ergriffen und gelöst ist.

Wenige Dokumente nur notwendig bei kirchlicher Trauung

Um eine Beziehung zu segnen, müssen meist keine Dokumente mitgebracht werden. Falls ein Paar evangelisch getraut werden möchte, sollen einige wenige Dokumente mitgebracht werden. Meist stehen die erwünschten Dokumente in der Veranstaltungsankündigung oder können beim Veranstalter erfragt werden. Meist sind es:

  • der Personalausweis
  • die standesamtliche Trauurkunde
  • (vereinzelt: Bescheinigung über die Kirchenmitgliedschaft)
  • (bei Bedarf: die Ringe)

Antwort auf gesellschaftliche Entwicklungen

Die spontanen Segensfeiern für Beziehungen greifen den Trend auf, dass im Laufe der letzten Jahrzehnte immer weniger Ehen in Deutschland geschlossen werden, auch das Heiratsalter steigt. Zudem befinden sich Paare in den unterschiedlichsten Lebenssituationen, die neue, unkomplizierte Angebote erfordern. In einer von Leistung und Nutzen orientierten Gesellschaft bieten spontane Trauungen die Möglichkeit, Paare von Druck, Zwang und einem umfangreichen Vorbereitsungspensum zu entlasten.

Selbst den Segen zusprechen: Rituale für Paare

An den Händen halten

© gettyimages, ponomariova maria, MDHS

Sich miteinander verbinden

Vielleicht habt ihr gerade erst einen besonders intensiven und unvergesslichen Moment erlebt - während einer Reise, nach einer überstandenen Herausforderung oder bei einem positiven Schwangerschaftstest. Möglicherweise möchtet ihr diesen Moment würdigen, aber es wird gerade keine evangelische Segensfeier für Paare angeboten. Dann besteht jederzeit die Chance, dass ihr euch selbst den Segen gegenseitig zusprecht. Vorschäge für Segens-Rituale lassen sich hier finden:

Anregung für Kirchengemeinden, Nachbarschaftsräume und andere evangelische Veranstalter

Gottesdienst-Referentin Baumann regt an: „Es muss nicht gleich ein großes Hochzeitsfestival geplant werden. Kirchengemeinden und Nachbarschaftsräume können auch kleinere Formen wählen, die im Gemeindeleben ihren Platz finden.“ Beispielsweise könnten auch auf einem Gemeindefest oder während eines Pfingstgottesdienstes Paare gesegnet werden. Anregung zur Vorbereitung lassen sich in der Broschüre „Segenshochzeiten: Heiraten einfach anders!“ von midi finden.

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