
© Sabine Hammann-Gonschorek
Kirchenpräsidentin besuchte Gymnasium und Kirchengemeindeteam
veröffentlicht 16.02.2026
von Peter Bernecker
Bei einem Besuch im Westerwald informierte sich Kirchenpräsidentin Prof. Dr. Christiane Tietz über Schule, Kitas, Diakonie und Verkündigungsteamarbeit.
Die Theologin war zunächst im Evangelischen Gymnasium Bad Marienberg eingeladen, wobei sie vom Dekan des Evangelischen Dekanats Westerwald, Dr. Axel Wengenroth, und seinem Stellvertreter Benjamin Schiwietz begleitet wurde. Schulleiter Dirk Weigand, Geschäftsführer René Roos sowie Vertreterinnen und Vertreter des Kollegiums und der Schülerschaft hießen die Kirchenpräsidentin und Oberkirchenrat Stefan Knöll, den Leiter des Referats Schule und Religionsunterricht der EKHN, willkommen, zeigten bei einem Rundgang die Räumlichkeiten der Schule und kamen über das Konzept des Gymnasiums ins Gespräch.
Der Schulleiter betonte den Wertekompass der Schule, der die Schüler in ihrer individuellen Persönlichkeitsentwicklung stärken und Raum für religiöse Erfahrungen bieten wolle. So bietet die Schule wöchentliche Andachten zum Schulschluss am Freitagmittag sowie ein diakonisches Praktikum in der Einführungsphase der gymnasialen Oberstufe an. Geschäftsführer Roos unterstrich die Leuchtturmposition des Gymnasiums in Bad Marienberg, das Schülerinnen und Schülern aus den umliegenden Orten die Hochschulreife ermöglicht; regelmäßig müsse aus Platzgründen per Los entschieden werden, wer aufgenommen werden könne.
Dr. Tietz zeigte sich besonders interessiert am Konzept der Ganztagsschule, die am Nachmittag sowohl Förderunterricht als auch sportliche, musikalische und kreative Programme anbietet. In einem ausgeklügelten Stundenplan können Schülerinnen und Schüler oft spontan entscheiden, welche Art von Angebot sie an den Nachmittagen benötigen. Besondere Erfolge feiert das Gymnasium mit seinen Gruppen in den Bereichen technische Entwicklung und Forschung sowie mit musikalischen Projekten. Ein Besuch in der AG der Bläserklasse mit rund dreißig jungen Musikerinnen und Musikern machte sichtlich Eindruck auf die Kirchenpräsidentin.
Sie zog ein durchweg positives Resümee ihres Besuchs: „Ich finde es sehr eindrucksvoll, dass Sie in Ihrem Konzept den ganzen Menschen wahrnehmen, sodass die Schülerinnen und Schüler sich schon jetzt in vielen Bereichen engagiert zeigen und gut in der Gesellschaft agieren. Sie geben den jungen Menschen Kraft, um ins Leben hinauszugehen“, sagte Dr. Tietz an das Schulteam gewandt.
Austausch mit der Kirchengemeinde Westerwald-Süd
Im Anschluss nahm die Kirchenpräsidentin eine Einladung in das Evangelische Gemeindehaus in Höhr-Grenzhausen an. Dort berichtete das Verkündigungsteam der Kirchengemeinde Westerwald-Süd, das aus Pfarrpersonen, Kirchenmusikern und Gemeindepädagogen besteht, von seiner Arbeit. Die Gemeinde besteht seit dem 1. Januar 2026 aus den ehemaligen Kirchengemeinden Neuhäusel, Montabaur, Wirges, Alsbach, Ransbach-Baumbach-Hilgert und Höhr-Grenzhausen.
Als eines der altersmäßig jüngsten Verkündigungsteams der Landeskirche haben die Teammitglieder gemeindeübergreifende Arbeitsfelder gebildet. „Wir haben uns zunächst gefragt: Was kann ich gut? Darin kann ich mich vertiefen und andere Bereiche anderen überlassen“, berichtete Pfarrer Marcel Kehr. Er selbst deckt viele technische, finanzielle und verwaltende Aufgaben für alle ab, sodass Pfarrerin Ricarda Bosse sich schwerpunktmäßig auf die Arbeit mit Konfirmandinnen und Konfirmanden konzentrieren kann, während Pfarrerin Sylvia vom Holt Zeit gewinnt, um Angebote für Erwachsene anzustoßen und die Zusammenarbeit in der Ökumene zu gestalten.
Den stärkeren Fokus auf die Beziehungen zu den Gemeindegliedern, der durch die Aufteilung gefördert werde, sowie die Auflösung von Doppelstrukturen benennt das Team als Gewinn für die gemeinsame Arbeit.
Einblick in Kita-Trägerschaft und Diakonische Arbeit
Zum gleichen Termin hatte Dr. Tietz auch Gelegenheit, einen Einblick in die Arbeit der gemeindeübergreifenden Trägerschaft (GÜT) der zwölf evangelischen Kindertagesstätten im Westerwald zu erhalten. Pfarrer Maic Zimmermann stellte die organisatorischen Vorteile und Herausforderungen der GÜT vor, die im Westerwald an die Kirchengemeinde Westerwald-Süd und nicht, wie sonst häufig, an das Dekanat angeschlossen ist.
Zum Abschluss des Treffens berichtete Wilfried Kehr als Leiter von den vielfältigen, aus zahlreichen Programmen geförderten Angeboten des Regionalen Diakonischen Werks Westerwald. Dazu zählen Sucht- und Drogenberatung, Paar- und Erziehungsberatung, Schuldner- und Insolvenzberatung sowie Unterstützung für Menschen mit Migrationserfahrung oder psychischer Erkrankung. Außerdem gibt es Angebote zur beruflichen Inklusion, eine ergänzende unabhängige Teilhabeberatung für Menschen mit Behinderungen und Projekte wie die Tafel Westerwald oder „Housing First“ für Wohnungslose.
Er betonte die seit vielen Jahren enge und fruchtbare Zusammenarbeit mit dem Evangelischen Dekanat Westerwald, in deren Rahmen gemeinsame Projekte umgesetzt werden können.
Das könnte dich auch interessieren

Erinnerung, die wirkt: Best Practice Projekte gegen Antisemitismus
Am 27. Januar ist Holocaustgedenktag. Doch wie regt man junge Leute an, sich mit dem Thema Holocaust auseinanderzusetzen? Studien zeigen: Interesse ist da – aber auch wachsende Distanz. Neue Projekte aus Schule und Jugendarbeit machen vor, wie Erinnerungskultur heute funktionieren kann. Der Referent für Interreligiösen Dialog Dr. Dr. Peter Noss stellt inspirierende Beispiele vor.


