
© Hilke Wiegers
Bereits seit Jahrzehnten arbeiteten die Christuskirchengemeinde, die Johanneskirchengemeinde und die links der Nahe und des Rheins gelegene Kirchengemeinde Bingerbrück Hand in Hand für ein lebendiges und vielfältiges kirchliches Leben in der Region. Mit dem Wechsel von Bingerbrück in die EKHN tun sie dies seit dem 1. Januar 2026 innerhalb einer gemeinsamen Landeskirche.
Zwei Brücken verbanden die Binger Kirchengemeinden – städtebaulich gesehen. Für die rund 4.000 evangelischen Christinnen und Christen der Stadt verband die drei Gemeinden jedoch weit mehr. „Viele erinnerten sich noch an die gemeinsamen Gottesdienste auf der Elisenhöhe in Bingerbrück und das gemeinsame Engagement auf der Landesgartenschau im Jahr 2008“, blickte Olliver Zobel, Dekan des Evangelischen Dekanats Ingelheim-Oppenheim, zum damaligen Zeitpunkt Pfarrer der Johanneskirchengemeinde, zurück. Über die Jahre habe es immer wieder einen regen Austausch zwischen den Kirchengemeinden gegeben, der auch bis zuletzt angehalten habe. Allerdings sei dies nicht immer so einfach gewesen, so Zobel, denn trotz der Brücken sei die Nahe lange Zeit der Grenzfluss zwischen zwei Landeskirchen gewesen: der Evangelischen Kirche im Rheinland (EKiR) und der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN). Unterschiedliche Strukturen und vor allem unterschiedliche Gremien hätten in der Folge unter anderem dazu geführt, dass Haupt- und Ehrenamtliche, die in enger Zusammenarbeit das kirchliche Leben der Region verantworteten, sich nicht regelmäßig hätten treffen können.
Landeskirchen beschlossen Wechsel zum 1. Januar 2026
Nachdem beide Landeskirchen einen innerkirchlichen Strukturprozess zur Zukunft von Kirche durchlaufen hatten, sei immer deutlicher geworden: Es sei sinnvoller, wenn alle evangelischen Kirchengemeinden der Stadt Bingen auch einer Landeskirche angehörten. So hätten sie sich besser vernetzen und Ressourcen für die Menschen vor Ort bündeln können. Nachdem über viele Monate hinweg alles sorgfältig abgewogen und ausgehandelt worden sei, habe die Kirchengemeinde Bingerbrück im März 2023 beschlossen, einen Wechsel der Landeskirche zu beantragen. „Die Gemeinde Bingerbrück war gut mit den Binger Gemeinden vernetzt, die Kinder gingen miteinander in die Schule, die ärztliche Versorgung, die Einkaufsmöglichkeiten und vieles andere nutzten sie gemeinsam – da sei es nur folgerichtig gewesen, dass auch die Kirchengemeinden zusammenwüchsen“, sagte Pfarrerin Astrid Peekhaus, Superintendentin des Evangelischen Kirchenkreises An Nahe und Glan. Im Sommer 2025 hätten sowohl die Kirchensynode der EKHN als auch die Kirchenleitung der EKiR dem Antrag zugestimmt und – sehr zur Freude aller Beteiligten – einen Wechsel zum 1. Januar 2026 in die EKHN beschlossen. „So kam zusammen, was schon lange zusammengehörte“, brachte Dekan Olliver Zobel den Weg von Bingerbrück zur EKHN auf den Punkt. „Der Ort Weiler, der bisher zur Kirchengemeinde Bingerbrück gehört hatte, blieb in der rheinischen Kirche“, ergänzte Peekhaus.
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