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Religion und Gesellschaft benötigen wissenschaftliche Theologie
veröffentlicht 14.01.2026
von Pressestelle der EKHN
Antrittsvorlesung von Kirchenpräsidentin Christiane Tietz als Honorarprofessorin an der Universität Mainz
In ihrer Mainzer Antrittsvorlesung als Honorarprofessorin spricht Kirchenpräsidentin Tietz über den Ort der Theologie an der Universität. Gerade in einer Zeit der Dauerkrisen und der Gefährdung der Demokratie, des Schwarz-Weiß-Denkens, der Zunahme von Deep Fakes und von „alternativen Fakten“ sei universitäre Theologie unverzichtbar. Tietz: „Ich will deutlich machen, wie gerade wissenschaftliche Theologie einem autoritären, die Würde von Menschen mit Füßen tretenden Denken entgegenwirkt und den sozialen Zusammenhalt in unserer Gesellschaft stärkt.“
In Zeiten, in denen religiöser Fundamentalismus zunehme, sei eine reflektierte, dialogfähige Form von Religiosität wichtig, wie sie in der universitären Theologie im Gespräch mit anderen Wissenschaften gepflegt werde. Religion und Gesellschaft benötigten gerade heute wissenschaftliche Theologie. Außerdem sei die Theologie, betont Tietz, ein herausforderndes Gegenüber auch für die anderen Wissenschaften an der Universität. Tietz verbindet in diesem Thema ihre früheren Erkenntnisse als Universitätsprofessorin mit ihren neuen Erfahrungen als Kirchenpräsidentin der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau.
Die öffentliche Antrittsvorlesung der Kirchenpräsidentin findet am 21. Januar 2026 um 16.15 Uhr an der Universität Mainz statt. Dort war Prof. Dr. Tietz von 2008 bis 2013 Professorin für Systematische Theologie und Sozialethik, bevor sie an die Universität Zürich wechselte und dort bis Januar 2025 lehrte. Zur Vorlesung im Atrium Maximum auf dem Campus der Johannes Gutenberg-Universität (Johann-Joachim-Becher-Weg 3-9) sowie dem anschließenden Empfang eine herzliche Einladung.
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