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Ehrenamtlich aktiv gegen Antisemitismus – „ContraCode“ bildet Botschafterinnen aus
veröffentlicht 27.08.2025
von Online-Redaktion der EKHn
Die Evangelische Akademie Frankfurt startet mit „ContraCode“ eine neue Initiative zur Ausbildung ehrenamtlicher Botschafter*innen, die Antisemitismus erkennen und ihm lokal begegnen. Finanziert vom Land Hessen, fördert das Projekt Respekt, Sensibilität und demokratische Haltung. Die Projektleitung ist aktuell ausgeschrieben – eine spannende Aufgabe für alle, die Haltung zeigen wollen.
Die Evangelische Akademie Frankfurt erhält vom Land Hessen umfangreiche Fördermittel für eine neue Initiative gegen Antisemitismus. Unter dem Namen „ContraCode“ sollen ehrenamtliche Botschafterinnen und Botschafter ausgebildet werden, die an verschiedenen Orten in Hessen Antisemitismus erkennen und entgegenwirken. Das Vorhaben, das zu mehr Sensibilität und Respekt beitragen soll, wird vier Jahre lang vollfinanziert.
Innenminister Roman Poseck hat das Programm am 26. August mit der verantwortlichen Studienleiterin Annegreth Schilling vorgestellt, im Rahmen der dritten Förderperiode des Landesprogramms „Hessen – aktiv für Demokratie und gegen Extremismus“.
Reaktion auf gestiegene Bedrohungslage
Ausgangspunkt von „ContraCode“ ist die gestiegene Bedrohungslage für Jüdinnen und Juden seit dem 7. Oktober 2023, die sich sowohl im öffentlichen Raum als auch in den sozialen Medien zeigt. Teilnehmende des Projekts sollen zur selbstkritischen Auseinandersetzung mit der eigenen religiösen und kulturellen Tradition angeregt werden, um in Gemeinden und Kommunen handlungsfähig zu werden.
Insbesondere geht es darum, die Verflechtungen des Antisemitismus mit der christlichen Tradition zu verstehen. Eine Besonderheit des Projekts ist, dass es nicht in der politischen Jugendbildung angesiedelt ist, wo bereits viele Bildungsmöglichkeiten bestehen, sondern sich dezidiert an Erwachsene richtet.
Projektleitung gesucht
Zur Leitung des Projekts „ContraCode“ ist an der Evangelischen Akademie Frankfurt eine 50-Prozent-Stelle ausgeschrieben, die ab Oktober 2025 für vier Jahre zu besetzen ist. Daneben beteiligt sich die Akademie im selben Zeitraum an einem weiteren hessischen Förderprojekt namens „Stories for Democracy“, das federführend beim Evangelischen Regionalverband Frankfurt und Offenbach angesiedelt ist. Es soll Menschen dazu befähigen, persönliche Erfahrungen mit Unrechtsregimen und Diktaturen in wirkungsvollen Story-Formaten zu erzählen.
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