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Muttertag: Mehr als Blumen – echte Wertschätzung zählt!
veröffentlicht 07.05.2026
von Martin Vorländer, RH
Am 10. Mai 2026 ist Muttertag. Die Diakonie Hessen erinnert daran, wie unverzichtbar Mütter und alle Menschen sind, die täglich Sorgearbeit leisten – oft unsichtbar und häufig ohne ausreichende Wertschätzung. Vorstandsvorsitzender Carsten Tag betont: „Sorgearbeit hält unsere Gesellschaft zusammen und wird dennoch vielfach nicht anerkannt.“ Deshalb macht die Diakonie deutlich, wie wichtig Entlastungsangebote sind.
Mütter sind die unermüdlichen Heldinnen des Alltags. Und manche Mütter erleben in diesem Jahr ihren ersten Muttertag und stellen sich vielleicht viele Fragen. Mütter trösten, organisieren, begleiten – und das oft rund um die Uhr. Ihre Rolle geht weit über die Fürsorge hinaus; sie sind Organisatorinnen des Familienlebens, wobei auch Väter immer mehr Verantwortung übernehmen. Am Muttertag drücken viele Kinder und Enkelkinder ihre Dankbarkeit aus, oft mit liebevollen Selbstgemachten, frischen Blumen, feinen Pralinen oder einem herzlichen Frühstück im Bett. Doch dieser Tag hat mehr Facetten: Neben herzlichen Gesten gibt es auch Stimmen, die sich eine größere, tatkräftigere Anerkennung für Mütter wünschen – nicht nur an einem einzigen Tag im Jahr. Dieser besondere Tag ist fest im Kalender verankert: Jedes Jahr am zweiten Sonntag im Mai, 2026 am 10. Mai.
Wenn es knirscht am Muttertag
Die andere Seite des Muttertags: Herausforderungen und großer Bedarf nach Unterstützung
Nicht alle sehen den Muttertag positiv. Einige empfinden ihn als Überhöhung der traditionellen Kleinfamilie. Andere vermissen die Anerkennung und Unterstützung im Alltag. Ein Geschenk einmal im Jahr kann die tägliche Belastung nicht ausgleichen. Die Anforderungen von Familie, Beruf und gesellschaftlichen Erwartungen können überwältigen. Gerade die umfangreiche Organisationsarbeit bei der ständig To-Do-Listen im Kopf rattern, erzeugt einen "mental load", also eine mentale Belastung. Das Müttergenesungswerk bietet Kuren an, damit erschöpfte Müttern ihre Kraftreserven auftanken können.
Diakonie Hessen plädiert für mehr Entlastung
Auch die Diakonie Hessen macht anlässlich des Muttertags 2026 deutlich, dass Mütter und alle, die Sorgearbeit leisten, sichtbar werden sollen, damit sie die Entlastung bekommen, die sie benötigen. Carsten Tag, Vorstandsvorsitzender der Diakonie Hessen, sagt dazu: „Sorgearbeit hält unsere Gesellschaft zusammen und dennoch wird sie vielfach nicht wertgeschätzt. Insbesondere Frauen stemmen Betreuung, Pflege und Organisation zusätzlich zu ihrer Erwerbstätigkeit und Hausarbeit – oft am Rand der eigenen Belastbarkeit." Care-Arbeit ist meist ungleich zu Lasten von Frauen verteilt, häufig unsichtbar und werde zu oft als private Aufgabe abgetan. „Blumen zum Muttertag sind nicht genug“, sagt Carsten Tag weiter. „Eltern und pflegende Angehörige brauchen verlässliche Rahmenbedingungen. Es geht um bezahlbare Entlastungsangebote, um Vereinbarkeit von Familie, Pflege und Beruf – und um echte Anerkennung. Es braucht mutige Entscheidungen und Reformen, die Sorgearbeit stärken, nicht weiter auszehren."
Die Diakonie Hessen setzt sich mit ihrer Arbeitsgemeinschaft Frauen und Familiengesundheit & Müttergenesung für Mütter, Väter und alle Sorgearbeit Leistenden ein und unterstützt diese mit Beratungsangeboten.
Umgang mit schwierige Mutter-Kind-Beziehungen
Manchmal ist der Muttertag für diejenigen schwierig, deren Beziehung zur Mutter konfliktbeladen ist. Die Bibel legt Kindern ans Herz, ihre Eltern zu ehren (2. Mose 20,12) – ein Prinzip, das auch Jesus betont hat. Dennoch zeigen einige seiner Worte, dass auch er Herausforderungen in der Beziehung zu seiner Mutter erlebt hat (Matthäus 12,46). In seinen letzten Momenten jedoch, sorgte er liebevoll für sie und bat um Fürsorge in seiner Abwesenheit (Johannes 19,26).
Auch wenn damals wie heute nicht alles ideal ist: Ein Zeichen der Wertschätzung und Aufmerksamkeit haben alle Mütter verdient: Angesichts herausfordernder Umstände und möglicherweise eigener schwieriger Prägungen geben sie ihr bestes. Aber manchmal braucht es professionelle Unterstützung, um eine schwierige Beziehung Mutter-Kind-Beziehung zu verarbeiten. Hier gibt es Hilfe:
Die eigentlichen Wünsche der Mütter zum Muttertag
Aber was wünschen sich die Mütter für diesen Tag wirklich? In den Social-Media-Kanälen der EKHN wurden die Mütter selbst nach ihren Wünschen für diesen Tag gefragt. Die Wünsche motivieren, mit Kreativität und liebevollen Gesten auch Taten folgen zu lassen. Das sind die Antworten der Mütter:
"Ich würde sehr gerne mal nichts 'müssen'!"
"Männer, die sich selbstverständlich für den Haushalt verantwortlich fühlen."
"Ich wünsche mir tatsächlich mal echte Freunde."
"Zeit mit meiner Familie zu verbringen ist das schönste Geschenk!"
"Gesundheit und weniger Ängste"
"Zum Abschluss des Muttertages ein schönes Konzert."
"Frieden, Liebe, Zeit und die Kraft, mich dafür stark zu machen."
Die Geschichte des Muttertages
Wurzeln im Mittelalter
Doch wer kam auf die Idee, die Wertschätzung für Mütter am Muttertag in den Mittelpunkt zu stellen? Bereits im 13. Jahrhundert soll der englische König Heinrich III den sogenannten Mothering Sunday eingeführt haben, um Mutter Kirche zu ehren. Kinder und Erwachsene sollten an diesem Tag ihre Mutter besuchen, um sich bei ihr zu bedanken.
Frauen aus Friedensgruppen in den USA versuchten Ende des 19. Jahrhunderts, einen Muttertag zu etablieren. Sie dachten an die Mütter von Soldaten, die im amerikanischen Bürgerkrieg gefallen waren.
Beziehung zur Mutter lebendig halten
Als Mutter des Muttertags gilt die methodistische Christin Anna Marie Jarvis. Zum Gedenken an ihre verstorbene Mutter gestaltete sie am 12. Mai 1907 in Grafton (USA) ein Memorial Mothers Day Meeting. Sie drängte erst ihre methodistische Kirche, jedes Jahr den zweiten Sonntag im Mai als Muttertag zu feiern. Dann bewegte sie Politiker – mit Erfolg. 1914 wurde der Muttertag erstmals als offizieller Feiertag in den USA begangen.
Aus der Frauen-Friedens-Bewegung entstanden, wurde der Muttertag zum Objekt der Begierde, um ihn zu vermarkten. Seine Kommerzialisierung wurde Anna Marie Jarvis schnell zu viel. Sie bereute, ihn begründet zu haben.
Der Ehrentag wurde missbraucht
Zu spät. Der Muttertag war längst ein Exportschlager. Aus Amerika wanderte er nach Europa. In Deutschland wurde er ab den 1920er Jahren begangen. Besonders der Blumenhandel pushte ihn mit dem Werbespruch: „Ehret die Mutter!“ Gefundenes Fressen für die Nationalsozialisten. Die Idee passte hervorragend zu ihrem Wahn der Vermehrung ihres Herrenmenschen. Sie machten 1933 den Muttertag zum offiziellen Feiertag in Deutschland. Sie zelebrierten ihn als „Gedenk- und Ehrentag der deutschen Mütter“ mit Reichsmütterdienst, Mütterweihen und Mütterkreuzen.
Erinnern an Mütter in Not
Der Muttertag überstand das NS-Regime und den Zweiten Weltkrieg. Heute ist er in Deutschland ein nicht-gesetzlicher Feiertag. Nach wie vor lässt er das Blumengeschäft florieren.
Verschiedene Kirchengemeinden versuchen, an den Ursprung des Muttertags in der Friedensbewegung anzuknüpfen. So beten Gemeinden in den Gottesdiensten am Muttertags-Sonntag für Mütter, deren Kinder im Krieg getötet wurden. Über die Kollekte können Kirchengemeinden an diesem Sonntag frei wählen - sie können sich damit auch für Unterstützungsprojekte für Mütter und Mädchen entscheiden.
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