
© Getty Images utah778, EKHN
EKHN-Synode verabschiedet Doppelhaushalt 2026/2027: Konjunktur bleibt Unsicherheitsfaktor
veröffentlicht 28.11.2025
von Pressestelle der EKHN
Zusätzliches Einsparziel über weitere 75 Millionen Euro beschlossen
Die Synode der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) hat am Freitag (28. November) den Doppelhaushalt für die kommenden beiden Jahre verabschiedet. Für 2026 ist ein Gesamtvolumen von knapp 746 Millionen Euro vorgesehen, für 2027 rund 737 Millionen Euro. Trotz der unsicheren wirtschaftlichen Lage rechnet die EKHN in beiden Jahren mit jeweils rund 500 Millionen Euro Einnahmen aus der Kirchensteuer. Das wären 43 Millionen Euro weniger als im laufenden Jahr veranschlagt. Zur Deckung der Haushalte müssen jeweils über 50 Millionen Euro aus der Ausgleichsrücklage entnommen werden.
Personalkosten bleiben größter Ausgabenposten
Der größte Anteil im Budget entfällt weiterhin auf die Personalaufwendungen: jährlich über 340 Millionen Euro für mehr als 20.000 Beschäftigte. 247 Millionen Euro hiervon entfallen auf die Gehälter und Versorgungsverpflichtungen im Pfarrdienst. Darüber hinaus werden den Gemeinden und Dekanaten in beiden Haushaltsjahren jeweils rund 260 Millionen Euro zugewiesen. Etwa 45 Millionen Euro aus dem gesamtkirchlichen Etat fließen jährlich unter anderem in die Arbeit in Kindertagesstätten. Rund 22 Millionen Euro werden als Zuschuss direkt für die diakonische Arbeit und den Entwicklungsdienst bereitgestellt. Zudem sollen jährlich rund 5 Millionen Euro in Maßnahmen zum Klimaschutz investiert werden.
Neues Einsparziel bis zum Jahr 2035 im Blick
Darüber hinaus diskutierte die Synode über eine Erhöhung des bisherigen Sparziels. Aufgrund sinkender Mitgliederzahlen und der damit verbundenen rückläufigen Einnahmen hatte sich die EKHN vorgenommen, ihre Ausgaben bis 2030 um rund 20 Prozent zu reduzieren. Im Rahmen des ersten Reformprozesses „ekhn2030“ war hierzu ein Einsparvolumen von über 140 Millionen Euro vorgesehen. Eine aktualisierte Finanzprojektion sieht nun ein zusätzliches Einsparziel von mindestens weiteren 75 Millionen Euro bis zum Jahr 2035 vor – ergänzend zu den bereits beschlossenen Einsparungen. Dieses zusätzliche Sparziel soll in die weiteren Haushaltsberechnungen ab 2028 einfließen, kontinuierlich überprüft und gegebenenfalls angepasst werden.
Mitgliederentwicklung erfordert entschlossenes Handeln
Der hessen-nassauische Finanzdezernent Thorsten Hinte betonte bei seiner Einbringung, dass neue Prognosen zur langfristigen Mitgliederentwicklung neues Handeln erfordern. Hinte: „Die neuesten Daten zeigen deutlich: Wir müssen unsere Annahmen zur Mitgliederentwicklung nach unten korrigieren – und unser Einsparziel entsprechend anheben.“ Die Ausrichtung der Ausgaben an den sinkenden Einnahmen werde zudem eine Daueraufgabe bleiben. „Jetzt geht es darum, frühzeitig und entschlossen zu handeln“, so Hinte.
Das könnte dich auch interessieren

Kirchensteuer wirkt: So engagiert sich Kirche für die Gemeinschaft
Beim Blick auf die Gehaltsabrechnung fällt auch die Kirchensteuer ins Auge. Tatsächlich ist sie noch niedriger, wenn sie bei der Steuererklärung angegeben wird. Die Kirchensteuer ermöglicht Gottesdienste, Chöre, Seelsorge-Angebote, Projekte mit Kindern und Jugendlichen und vieles mehr.


