Evangelische Kirche in Hessen und Nassau
Eine Frau betet in nebeliger Landschaft, daneben das Logo der Gebetswoche

© Getty Images, Anastasiia Stiahailo, ACK

In der Gebetswoche geht es darum, für die Einheit zu beten, die den Christen in Jesus Christus bereits geschenkt ist und deren Pflege und Sichtbarmachung ihnen anvertraut ist

Identität und Verbundenheit leben: Gebetswoche für die Einheit der Christen startet am 18. Januar 2026

veröffentlicht 12.01.2026

von Online-Redaktion der EKHN

Wie kann Vielfalt im Glauben verbinden statt trennen? Die Gebetswoche für die Einheit der Christen 2026 lädt Gemeinden weltweit ein, genau dieser Frage nachzugehen – mit Impulsen aus der reichen Tradition der Armenisch‑Apostolischen Kirche. Wer erfahren möchte, warum das Thema gerade jetzt so aktuell ist und welche Perspektiven die Gebetswoche eröffnet, findet hier alle Hintergründe.

„Wie werden sich unsere Beziehungen verändern, wenn wir anerkennen, dass die Verschiedenheit der Gaben nicht ein Grund für Gegensätze und Konkurrenz, sondern für gegenseitige Unterstützung und Austausch ist?“ Diese Frage zum Nachdenken schenken 2026 die Impulse für die „Gebetswoche für die Einheit der Christen“. Dabei wird die Frage nach Kooperation oder Konkurrenz nicht nur an jeden Einzelnen gestellt, sondern auch die Kirchen selbst. Für dieses Jahr wurden die Gebete und Betrachtungen zur Gebetswoche vom Referat für interkirchliche Beziehungen der Armenischen Apostolischen Kirche vorbereitet.

Perspektive aus Armenien: Gebetswoche für die Einheit der Christen vom 18. bis 25. Januar 2026

Weltweit sind Kirchen und christliche Gemeinschaften eingeladen, sich der Gebetswoche vom 18. bis 25. Januar 2026 anzuschließen. Das biblische Leitwort stammt aus dem Epheserbrief: „Ein Leib und ein Geist, wie ihr auch berufen seid zu einer Hoffnung eurer Berufung“ (Eph 4,4). In einer Zeit, in der christliche Traditionen und Ausdrucksformen vielfältig und manchmal voneinander getrennt erscheinen, erinnert dieser Vers daran, dass alle Gläubigen Teil des einen Leibes Christi sind.

Die Gebete und Impulse 2026 greifen auf die reiche armenische Gebetstradition zurück – mit Texten und Hymnen aus Klöstern und Kirchen, deren Wurzeln bis ins vierte Jahrhundert reichen. Die Gebetswoche eröffnet damit einen spirituellen Zugang zu einem der ältesten christlichen Erbe weltweit.

Gebet

Herr Jesus Christus,
du zeigst uns,
wie wir in Demut und Sanftmut
geduldig miteinander umgehen können.

Gib, dass das Licht,
mit dem du unseren Weg hell machst,
uns zur Einheit führt,
und hilf uns,
die Wunden der Spaltung und Gleichgültigkeit zu heilen,
an denen Gemeinschaften oft zerbrechen.

Amen.

(Quelle: Ökumenischer Gottesdienst und weitere Texte zur Gebetswoche für die Einheit der Christen 2026)

Die Armenisch‑Apostolische Kirche: Bedeutung und Perspektive

Die Armenisch‑Apostolische Kirche ist für viele Armenierinnen und Armenier weltweit ein wichtiger Halt – besonders angesichts der jüngsten Krisen wie dem Konflikt um Berg‑Karabach und der Vertreibung der Bevölkerung aus Arzach. Sie bewahrt Sprache, Kultur und religiöse Traditionen und stärkt damit die armenische Identität in einer Zeit großer Unsicherheit.
Seit dem Ende der Sowjetzeit hat sie ihre gesellschaftliche Rolle wieder deutlich ausgebaut. Heute engagiert sie sich in sozialen, karitativen und Bildungsprojekten und begleitet Menschen in Armenien wie in der weltweiten Diaspora. Ökumenisch ist sie breit vernetzt: Sie arbeitet im Ökumenischen Rat der Kirchen mit, pflegt Beziehungen zu orthodoxen, katholischen und protestantischen Kirchen und beteiligt sich aktiv am interreligiösen Dialog.

Was ist die Gebetswoche für die Einheit der Christen?

Die Gebetswoche lädt jedes Jahr dazu ein, gemeinsam über Konfessionsgrenzen hinweg zu beten. Dahinter steht die Überzeugung: Christinnen und Christen gehören trotz konfessioneller Unterschiede zusammen, denn sie teilen die Grundlagen des Glaubens.
Im Alltag ist diese Einheit nicht immer sichtbar – etwa weil katholische, orthodoxe, evangelische und freikirchliche Christinnen und Christen ihren Glauben auf unterschiedliche Weise leben. In der Gebetswoche bitten Gemeinden deshalb darum, Spaltungen zu überwinden und Verbundenheit spürbarer werden zu lassen. Sie ermutigt dazu, Schritte aufeinander zuzugehen und Beziehungen zwischen den Konfessionen zu vertiefen.

Wie ist die Gebetswoche entstanden?

Die traditionelle Gebetswoche findet auf der Nordhalbkugel vom 18. bis 25. Januar statt; auf der Südhalbkugel oft rund um Pfingsten.

Ihre Wurzeln reichen bis ins 19. Jahrhundert zurück, als erste anglikanische und evangelische Gruppen,  darunter auch frühe Gebetsinitiativen der 1846 gegründeten Evangelischen Allianz, regelmäßig für die Einheit der Kirche beteten. Anfang des 20. Jahrhunderts entwickelten sich daraus zwei Bewegungen: eine aus dem anglikanischen Umfeld und eine aus der ökumenischen Bewegung des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK).
Seit 1973 entsteht der jährliche Entwurf jeweils in einem anderen Land und wird anschließend von einer gemeinsamen Arbeitsgruppe von ÖRK und römisch‑katholischer Kirche für die weltweite Nutzung aufbereitet.
Heute ist die Gebetswoche ein globales Zeichen der Hoffnung: Gemeinden auf der ganzen Welt beten in derselben Woche für dasselbe Ziel – dass die Vielfalt der Kirchen nicht trennt, sondern bereichert, und dass die gemeinsame Mitte in Christus sichtbar bleibt.

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