Evangelische Kirche in Hessen und Nassau
Mähroboter und Igel sowie ein Warnschild

© gettyimages_finn_hafemann, S M Nazmul Haque, kmatija

Der Mähroboter sollte nur während des Tages bei vollem Tageslicht laufen - sonst könnte er dem Igel zum Verhängnis werden

Förderfonds für Artenvielfalt: Plus Tipps zum igelfreundlichen Einsatz von Mährobotern

veröffentlicht 09.04.2026

von Online-Redaktion der EKHN

Viele Pflanzen- und Tierarten sind weiterhin bedroht, auch direkt vor unserer Haustür. Um die biologische Vielfalt auf Kirchengrundstücken zu stärken, stellt das ZBG auch 2026 einen Förderfonds bereit. Außerdem zeigt die Referentin für den ländlichen Raum, wie Mähroboter so eingesetzt werden können, dass sie Igel nicht gefährden.

In Deutschland sind rund 35 Prozent der heimischen Tierarten und 30 Prozent der Pflanzenarten bestandsgefährdet. Wenn es zu wenige Insekten gibt, würde das die Bestäubung beeinträchtigen. Doch es gibt Hoffnung. Dr. Maren Heincke, Referentin für den Ländlichen Raum im Zentrum Bildung und Gesellschaft der EKHN, betont: „Schon mit kleinen Maßnahmen kann man viel bewirken. Ein einfacher Laubhaufen in einer wilden Gartenecke kann zum Winterquartier für mehrere Tierarten werden.“

Förderung 2026: Pflanzen und Tiere auf EKHN-Kirchengelände

Um diese Maßnahmen zur biologischen Vielfalt zu unterstützen, stellt das Zentrum Bildung und Gesellschaft (ZBG) auch 2026 einen Förderfond für Einrichtungen und Gemeinden der EKHN bereit. Dabei kann der Antrag bis zum 31.10.2026 jederzeit erfolgen. Dabei bewegt sich die Förderung zwischen 100 und 700 Euro - je nachdem ob ein Blühstreifen angelegt oder ein Vogelquartier im Kirchturm angelegt wird.

Know-how für die Praxis:

1. Hilfe für Igel & Co.: Mähroboter sollten nur tagsüber eingesetzt werden

In Privatgärten sowie öffentlichen Einrichtungen werden zunehmend Mähroboter eingesetzt. "Entgegen der Herstellerangaben sind die Sensoren zur Erkennung von Hindernissen völlig unzureichend, um schwere Gesundheitsschäden an kleinen Wildtieren zu verhindern", warnt Maren Heincke. Kleine Wirbeltiere wie Igel, Kröten, Blindschleichen, die im Gras z. B. nach Futter suchen, werden unbeabsichtigt durch die Mähklingen oft sehr schwer verletzt. Insbesondere bei Igeln führen die gravierenden Schnittverletzungen oft zu völlig unnötigem, lang andauerndem Tierleid und anschließendem Tod. Deshalb rät Referentin Heincke, Mähroboter nur tagsüber bei vollem Tageslicht einzusetzen.

2. Hilfe für Eichhörnchen: Wasser- und Futterbedarf sichern

Der Bestand der Eichhörnchen ist zwar nicht bedroht, aber sie leisten einen wertvollen Beitrag zur biologischen Vielfalt: Aus den vergessenen Vorräten an Samen und Nüssen können neue Pflanzen keimen – ein natürlicher Beitrag zum Waldaufbau. Im Herbst geraten die kleinen Nager in eine besonders stressreiche Phase, wenn sie auf der Suche nach Futter für ihre Winterdepots sind. Das epd-Video zeigt, wie man Eichhörnchen in Gärten und auf Kirchengrundstücken unterstützen kann – mit einfachen Maßnahmen, die auch anderen Wildtieren zugutekommen.

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3. Biodiversität fördern - Broschüre mit Tipps

Mit welchen Maßnahmen Artenvielfalt auf kirchlichen Grundstücken erhöht werden kann, zeigt die Broschüre „Kirche und Biodiversität – Verantwortung für die Schöpfung“, die von der Naturschutz-Initiative initiiert wurde. Praxiserfahrene Biologen haben die Tipps zusammengestellt:

4. Erste Empfehlungen für mehr Biodiversität – einfach umsetzbar

Grünflächen gestalten:

  • Trockenresistente Bäume wie Felsenbirne oder Esskastanie erhalten oder pflanzen
  • Mulchen von Beeten zur Feuchtigkeitsbindung und Bodenpflege
  • Extensiver Rasen mit Blumeninseln statt englischem Zierrasen
  • Begrünung von Dächern und Fassaden für mehr Lebensraum
  • Tiertränken aufstellen, Wasser täglich wechseln
  • Steingärten vermeiden – sie fördern Hitze und schaden dem Bodenleben
  • Regenwasser nutzen – z. B. über Zisternen
  • Flächen entsiegeln – Wege und Parkplätze durchlässig gestalten
  • Baum- oder Beetpatenschaften außerhalb des eigenen Grundstücks übernehmen

Robuste Pflanzen für extreme Wetterlagen:

  • Felsenbirne, Esskastanie, Wildrosen
  • Sanddorn, Königskerze, Fetthenne
  • Salbei, Glockenblume

Wichtig: Standortbedingungen wie Licht und Bodenqualität beachten.

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