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Podcast: Helwig Wegner-Nord über die Aktualität Niemöllers
veröffentlicht 13.02.2026
von Peter Bernecker
Helwig Wegner-Nord ist Texter des musikalischen Miemöller-Porträts "Welch ein Leben". Im Podcast von Conny&Kurt "Zwischen Himmel und Erde" spricht er über den spannenden Werdegang Martin Niemöllers vom U-Boot-Kommandant bis zum Kirchenpräsident.
Martin Niemöller zählt zu den widersprüchlichsten Figuren der deutschen Kirchengeschichte des 20. Jahrhunderts. Sein Weg führte ihn vom U-Boot-Kommandanten im Ersten Weltkrieg zum entschiedenen Pazifisten und Gegner von Atomwaffen. Ein musikalisches Porträt von Helwig Wegner und Siegfried Fietz zeichnet diese Entwicklung in Liedern und Texten nach; im Podcast sprechen die Autoren über seine heutige Relevanz.
Nach der Militärzeit wurde Niemöller Pfarrer in Berlin-Dahlem. Anfangs hoffte er noch auf eine nationale Erneuerung durch das NS-Regime, widersetzte sich jedoch entschieden, als der Staat in die Kirche eingriff und den „Arierparagraphen“ durchsetzte. Mit dem Pfarrernotbund stellte er die Frage nach der wahren Autorität der Kirche. 1937 wurde er verhaftet und blieb bis 1945 im KZ Dachau inhaftiert.
Erster Kirchenpräsident der EKHN
Nach dem Krieg wurde er zu einer Symbolfigur für ein neues, glaubwürdiges Deutschland und zum ersten Kirchenpräsidenten der EKHN. Dort prägte er ein kollektives Leitungsmodell ohne bischöfliche Hierarchie, das gesellschaftspolitisches Engagement und ökumenische Öffnung begünstigte.
Seit den 1950er Jahren kritisierte Niemöller scharf Wiederbewaffnung und atomare Aufrüstung. Maßstab seines Handelns war die Frage: „Was würde Jesus dazu sagen?“ Diese Haltung brachte ihm auch Anfeindungen ein, etwa wegen seiner Reisen nach Moskau.
Das musikalische Projekt „Welch ein Leben“ greift diese Spannungen auf. Es will keine fertigen Antworten geben, sondern dazu anregen, angesichts aktueller Krisen den eigenen Standpunkt kritisch zu prüfen.
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