Evangelische Kirche in Hessen und Nassau
Alte Nikolaikirche und Römer

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Evangelische Sakralgebäude wie die Alte Nikolaikirche in Frankfurt am Main prägen den Eindruck, den Menschen von einem Ort haben
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Kongress für gesellschaftlichen Zusammenhalt: Wir lassen die Kirche im Dorf.

veröffentlicht 19.01.2026

von Pressestelle der CDU

Die CDU-Fraktion im Hessischen Landtag hat gemeinsam mit den evangelischen Landeskirchen sowie den römisch-katholischen Bistümern in Hessen einen Kongress für den gesellschaftlichen Zusammenhalt und die Zukunft unserer Sakralgebäude ausgerichtet. Dazu äußerten sich die Vorsitzende der CDU-Fraktion im Hessischen Landtag, Ines Claus, sowie Vertreterinnen und Vertreter der evangelischen und römisch-katholischen Kirche.

„Kirchen prägen seit Jahrhunderten unsere Städte und Dörfer. Sie sind Glaubensräume, Erinnerungsorte und identitätsstiftende Symbole – Sakralgebäude sind Heimat. Sinkende Mitgliederzahlen und veränderte Nutzungsbedürfnisse stellen jedoch viele Sakralbauten vor eine ungewisse Zukunft. Die Frage nach ihrer Zukunft ist längst zu einer gesellschaftlichen Aufgabe geworden, die neue Ideen und gemeinsame Verantwortung erfordert.

In Zeiten schrumpfender Kirchenmitgliedschaften und geringer werdender kirchlicher Finanzmittel wird der Erhalt und die sinnvolle Nutzung von Kirchen und anderen Sakralräumen zunehmend zu einer großen Herausforderung für alle Beteiligten vor Ort. Als Politikerinnen und Politiker sowie als Christdemokraten sehen wir es als unsere Verantwortung, verlässliche Rahmenbedingungen zu schaffen und Kirchen wie Kommunen bestmöglich zu unterstützen. Deshalb haben wir zum ersten Mal gemeinsam mit den evangelischen Landeskirchen und katholischen Bistümern Hessens einen Kongress für gesellschaftlichen Zusammenhalt veranstaltet. Ziel ist es, die Stärkung unseres zivilgesellschaftlichen Zusammenhalts durch den Erhalt und die mögliche multifunktionale Nutzung von Kirchengebäuden als Orte zwischenmenschlicher Begegnungen sicherzustellen. Wichtige Akteure aus Politik, Kirche, Wissenschaft, Kultur, Wirtschaft und Zivilgesellschaft sind miteinander ins Gespräch gekommen. Dabei wurden konkrete Handlungsansätze für die nachhaltige Kooperation von Staat, Kirche und Zivilgesellschaft erarbeitet. Daran werden wir auch in Zukunft gemeinsam weiterarbeiten, um möglichst schnell unser Ziel zu erreichen“, sagte die Vorsitzende der CDU-Fraktion im Hessischen Landtag, Ines Claus.

Gruppenbild

© CDU/ Kirchen

Wie lassen sich Kirchengebäude in Zukunft erhalten? Die Teilnehmenden des Kongresses erarbeiteten konkrete Handlungsansätze für die nachhaltige Kooperation von Staat, Kirche und Zivilgesellschaft

Der Kongress begann mit einem ökumenischen Gottesdienst in der Wiesbadener Marktkirche. Nach der Eröffnung durch Ines Claus folgte ein Impulsreferat von Dr. Bruno Kahl, Botschafter der Bundesrepublik Deutschland beim Heiligen Stuhl, sowie Vorträge von Kirchenpräsidentin Prof. Dr. Christiane Tietz, Evangelische Kirche in Hessen und Nassau, und Generalvikar Dr. Sebastian Lang, Bistum Mainz. Anschließend diskutierten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in sechs Workshops unter anderem Fragen des gesellschaftlichen Zusammenhalts, die Rolle von Kirchengebäuden als „Dritte Orte“ sowie neue Formen von Partnerschaften und Kooperationen. In einer sogenannten Wiesbadener Erklärung verpflichteten sich die CDU-Fraktion und beide Kirchen im Rahmen eines „Letter of Intent“ anschließend zur weiteren inhaltlichen Zusammenarbeit und zukünftigen Kooperation.

Zum Abschluss reflektierte ein hochrangig besetztes Podium mit Fraktionsvorsitzender Ines Claus, Botschafter Dr. Kahl, Bischöfin Prof. Dr. Beate Hofmann, Bischof Prof. Dr. Peter Kohlgraf sowie der Hanauer Stadträtin Isabelle Hemsley die Erkenntnisse und Erfahrungen des Tages.

Prof. Dr. Christiane Tietz, Präsidentin der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, betonte: „Mich freut die auf der Tagung zum Ausdruck kommende gemeinsame Bereitschaft sehr, unsere Kirchen als kulturelle und religiöse Räume zu erhalten. Gerade durch Konzepte für die gemeinsame Nutzung können Kirchengebäude diese zweifache Bedeutung bewahren. Wir haben damit bereits gute Erfahrungen gemacht – etwa, wenn in Sakralgebäuden weiterhin Gottesdienste gefeiert werden und zugleich Konzerte, soziale Projekte oder gesellschaftliche Dialogformate stattfinden.“

Prof. Dr. Beate Hofmann, Bischöfin der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW), erklärte: „Ich bin dankbar, dass dieses für die Kirchengemeinden so herausfordernde Thema nun auch von der Politik aufgegriffen wird. Gemeinsam suchen wir Wege, unsere Kirchenräume als spirituelle, kulturelle und soziale Begegnungsorte zu erhalten und zu gestalten. Allein in Kurhessen-Waldeck gilt es, fast 1.000 denkmalgeschützte Kirchen zu erhalten – für rund die Hälfte werden neue Finanzierungskonzepte benötigt. Die Menschen vor Ort investieren schon jetzt viel Zeit, Kraft, Geld und Ideen, um Kirchen als Orte gelebten Glaubens, als Orte für Feste, Trauer, Stille, Begegnung, Kultur und Erinnerung in den Dörfern und Stadtvierteln offen und zugänglich zu halten.“ 

Dr. Sebastian Lang, Generalvikar des Bistums Mainz, sagte: „Wir Kirchen sind bereit, unseren Beitrag zu leisten, damit Kirchengebäude auch weiterhin offene Orte des kulturellen Erbes sein können, an denen existentielle Fragen gestellt werden. Es braucht aber auch das notwendige zivilgesellschaftliche Engagement.“

Dr. Wolfgang Pax, Generalvikar des Bistums Limburg, ergänzte: „Manche empfinden Kirchengebäude heute als Last. Lassen Sie uns diese heute als Ressource denken – als mögliche dritte Orte der Begegnung. Auch in einer säkularen Welt bleibt die Sehnsucht nach Begegnung eine wichtige Dimension von uns Menschen.“

Abschließend unterstrich die Vorsitzende der hessischen CDU-Landtagsfraktion, Ines Claus: „Kirchen und Sakralgebäude sind elementarer Bestandteil unserer Gesellschaft und Spiegel unserer Werte als Gesellschaft. Deshalb werden wir uns auch in Zukunft mit aller Kraft für ihren Erhalt und ihre wertebasierte Nutzung einsetzen“.

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