Evangelische Kirche in Hessen und Nassau
Archäologen in weißen Schutzanzügen zeigen auf eine Fundstelle

© Volker Rahn, MDHS

Eine Webdoku zeigt, was Archäologinnen und Archäologen im Alten Dom St. Johannis bei Grabungen entdeckt haben. Auch die Bedeutung der Fundstücke wird erklärt.
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Archäologische Funde lassen Geschichte des Alten Doms St. Johannis lebendig werden

veröffentlicht 01.02.2024

von Online-Redaktion der EKHN

Kirche St. Johannis in Mainz steht auf geschichtsträchtigem Boden: Römer, frühchristliche Baumeister, Könige und ein Erzbischof haben hier gewirkt. Eine Webdoku veranschaulicht die Geschichte und die Ausgrabungen.

Die Kirche St. Johannis in Mainz ist eine der ältesten erhaltenen christlichen Kirchen nördlich der Alpen und nach dem Trierer Dom die älteste Bischofskirche Deutschlands. Hier lässt sich für annähernd zwei Jahrtausende menschliches Wirken nachweisen, davon die meiste Zeit in christlichem Sinne. Einen anschaulichen Einblick in die Geschichte der Kirche und archäologische Grabungen gibt eine Webdoku.

Das Areal des Alten Doms St. Johannis - ein Fenster in die Vergangenheit

Hängender Jesus ohne Kreuz mit grünlicher Patina

© gerhard.fleischer - augenmass@me.com

Außenansicht einer gedrungenen Kirche

© gerhard.fleischer - augenmass@me.com

Fuß aus Gips

© gerhard.fleischer - augenmass@me.com

Sarkophag

© Volker Rahn

Kopf: Vorne das Gesicht Jesu, hinten ein Skelettkopf - aus Knochen

© gerhard.fleischer - augenmass@me.com

Bemalte Tonscherbe

© Dek. MZ

Krug und Scherben

© Steffen Edlinger

Relief

© Dek. MZ

Hängender Jesus ohne Kreuz mit grünlicher Patina

© gerhard.fleischer - augenmass@me.com

Außenansicht einer gedrungenen Kirche

© gerhard.fleischer - augenmass@me.com

Fuß aus Gips

© gerhard.fleischer - augenmass@me.com

Sarkophag

© Volker Rahn

Kopf: Vorne das Gesicht Jesu, hinten ein Skelettkopf - aus Knochen

© gerhard.fleischer - augenmass@me.com

Bemalte Tonscherbe

© Dek. MZ

Krug und Scherben

© Steffen Edlinger

Relief

© Dek. MZ

Hängender Jesus ohne Kreuz mit grünlicher Patina

© gerhard.fleischer - augenmass@me.com

Außenansicht einer gedrungenen Kirche

© gerhard.fleischer - augenmass@me.com

Fuß aus Gips

© gerhard.fleischer - augenmass@me.com

Sarkophag

© Volker Rahn

Kopf: Vorne das Gesicht Jesu, hinten ein Skelettkopf - aus Knochen

© gerhard.fleischer - augenmass@me.com

Bemalte Tonscherbe

© Dek. MZ

Krug und Scherben

© Steffen Edlinger

Relief

© Dek. MZ

Korpus eines Kruzifixes, 17./18. Jh., Grabbeigabe, Buntmetall. Länge 7,9 cm - gefunden bei Grabungen in der St. Johanniskirche in Mainz

Der Alte Dom - die geschichtsträchtige Kirche St. Johannis in Mainz

Füsse des gekreuzigten Christus, 17./18. Jh., Gipsstuck, Breite 6,8 cm - gefunden bei Grabungen in der St. Johanniskirche in Mainz

In der St. Johannis Kirche in Mainz wurde Erzbischof Erkanbald bestattet

Teil eines Rosenkranzes in Form eines Wendekopfes: Christus mit geschlossenen Augen und Schädel («Karfreitagsköpfchen»), 17./18.Jh., Knochen, Höhe 3,2 cm - gefunden bei Grabungen in der St. Johanniskirche in Mainz

Diese Artefakte wurden während der archäologischen Ausgrabungen in der St. Johannis Kirche in Mainz zutage gefördert

Fundstücke der archäologischen Ausgrabungen in der St. Johannis Kirche in Mainz

Imposant gestalteter Türsturz in der St. Johannis Kirche in Mainz

Kirche St. Johannis steht auf geschichtsträchtigem Boden. Das Fenster in die Vergangenheit haben Archäologen hat seit 2013 mit umfangreichen Grabungen im Alten Dom geöffnet. Die Archäologinnen und Archäologen fanden Reste eines römischen Jupiterheiligtums sowie eine römische Großarchitektur aus der erste Hälfte des 2. Jahrhunderts. Auch römische Haarnadeln, mittelalterliche Münzen sowie einen Christuskopf wurden entdeckt. Der erste Kirchenbau, die Kathedrale St. Martin, wie St. Johannis zunächst hieß, kann frühestens auf das 5. oder 6. Jahrhundert datiert werden. Zudem konnten das erste Taufhaus in Mainz und eine alte Krypta freigelegt werden. Um 1000 wurde die Kathedrale dann neu gebaut. Die rasch errichtete Kirche wurde für Königskrönungen genutzt und für die Bestattung eines Erzbischofs, nicht zuletzt deshalb, weil sich die Weihe des Neuen Doms verzögerte. 2019 wurde der Sarkophag des Erzbischofs Erkanbald entdeckt. Daraus wurde geschlossen, dass St. Johannis die erste Bischofskirche in Mainz war. Heute ist die Kirche Heimat einer lebendigen evangelischen Innenstadtgemeinde und der Johanniskantorei. 

Webdoku „Der Alte Dom zu Mainz“

Die Funde und deren Bedeutung veranschaulicht eine Webdoku mit Fotos, Texten und Videos. Zudem können Besucherinnen und Besucher dort einen Blick in die Geschichte werfen, sich über Grabungsergebnisse und die Baugeschichte informieren. Weiterhin gibt es die Möglichkeit, die gesamte archäologische Ausgrabung selbst nachzuvollziehen und sich immer wieder über aktuelle Entwicklungen zu informieren. So findet man dort Videos, die den Weg eines Fundstücks genauso nachverfolgen, wie die zahlreichen Mitarbeiter des Projekts vorstellen und die Meilensteine der Grabung nacherleben lassen. Die Regisseurin, Filmemacherin und Produzentin Susanne Stenner sowie Antje Bollmann haben die Webdoku erstellt. Antje Bollmann ist freischaffende Fernsehjournalistin, Regisseurin und Redakteurin.

Die Grabung vor Ort wird im Laufe des Jahres 2024 beendet werden, derzeit werden die Funde wissenschaftlich ausgewertet.  

1000 Jahre Krönung von Konrad II.

Gezeichnetes Siegel mit einem Kaiser

© Getty Images, ZU 09

Konrad II. (Konrad der Ältere; * um 990; † 1039) war ab 1024 König von Ostfranken, von 1027 bis 1039 römisch-deutscher Kaiser, ab 1026 König von Italien und ab 1033 König von Burgund. Holzstich nach einem Urkundensiegel aus dem Jahr 1031 im Staatsarchiv zu Berlin, erschienen 1880.

Ein besonderer Moment, der sich im Alten Dom zu Mainz ereignet hat, wird in diesem Jahr wieder lebendig: Im Jahr 1024 wurde der deutsche König (und spätere römische Kaiser) Konrad II. im Alten Dom St. Johannis gekrönt. Dies war ein zentrales Ereignis der europäischen Geschichte. 2024 jährt sich das Ereignis zum 1000. Mal. Veranstaltungen zum feierlichen Jubiläum sind in Planung.

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