
© gettyimages, mktphoto
Gedanken über Abschied und Trauer
veröffentlicht 31.01.2024
von Stephan Krebs
Wer einen Abschied verarbeiten muss, ist oft mit Trauer konfrontiert. Selbst wenn es ein Wiedersehen gibt, knüpft man woanders an. So nimmt auch Jesus Abschied vom Leben.
Abschied bedeutet Ende. Etwas hört auf. Zwar öffnet das den Raum für Neues, aber dieses Neue ist noch ungewiss und fremd. Das Alte ist dagegen bekannt und bedeutsam. Sein Verlust schmerzt – zumindest meistens. Deshalb muss es betrauert werden.
Viele haben aber große Angst vor der Trauer. Sie fürchten, dass die Trauer wie ein dunkler Tunnel ohne Ausgang ist. Doch das stimmt nicht. Der Tunnel hat einen Ausgang, der zeigt sich aber erst, wenn man sich auf den Weg der Trauer macht.
Jeder Abschied ist endgültig. Selbst wenn es ein Wiedersehen gibt, knüpft man woanders an. So nimmt auch Jesus Abschied vom Leben. Er stirbt am Kreuz, geht in den Tod. Es gibt ein Wiedersehen. Aber Jesus ist nicht mehr derselbe, er ist der Auferstandene. Seine Jüngerinnen und Jünger müssen ihn neu kennenlernen. Dabei entdecken sie ihn als Wegbegleiter zum ewigen Leben.
Wovon habe ich mich schon verabschiedet?
Von …
...meiner Kindheit
...meinen Eltern
...meinem Kinderglauben
...einer Handvoll gescheiterter Beziehungen
...fünf zweiten Zähnen
...Tausend Plänen, die ich nicht mehr realisieren kann
...dem Winter
...diesen Zeilen.
Wovon kann ich mich nicht verabschieden?
Von meiner Hoffnung für die Welt, dass
...sie sich zum Besseren entwickelt
...sie einen Sinn in sich trägt
...in ihr Gott zu finden ist und wirkt
...Jesus Christus lebt
...Gott mein Leben will.
Abschied
Von Emanuel Geibel
Leb wohl, leb wohl, mein Kind, und keine Klage,
noch einen Kuss, noch eine Neige Wein!
So licht und freundlich waren diese Tage,
lass uns freundlich auch den Abschied sein.
Sieh, wenn hinab zu südlich fernen Borden
im langen Wanderzug der Kranich schwirrt,
begleitet ihn ein Traum vom grünen Norden.
Er spürt es, dass er wiederkehren wird.
So wird auch uns von unserm kurzen Glücke
ein Schimmer fort und fort im Herzen stehn,
und treu Gedenken sei die goldne Brücke
vom Scheidegruß zum Wiedersehn.
Diese Impulse sind im Rahmen der Impulspost "Lichtblick Ostern" entstanden.
Das könnte dich auch interessieren

Kreuzweg neu entdecken: Hinschauen, wo es weh tut und Halt finden
Missverstanden. Verloren. Abgestempelt. Es gibt Phasen die uns richtig zu schaffen machen – Angst, Trauer oder das Gefühl, ins Abseits gestellt zu werden. Ein Kreuzweg schenkt Impulse, die helfen können, Belastungen und Leid wahrzunehmen und verarbeiten. Als Andachtsform mit langer Tradition führt er Christinnen und Christen den letzten Weg Jesu vor Augen und lädt dazu ein, das eigene Leben neben seinem zu betrachten – im Vertrauen darauf, dass ihm kein menschliches Leid fremd ist.

Wasser, Tee oder Suppe: Wie anspruchsvolles Fasten zur spirituellen Reise wird
Viele Menschen verzichten in der Passionszeit auf Süßigkeiten oder Medien. Die Evangelischen Kirchengemeinden Griesheim und Nied gehen einen Schritt weiter: Sie praktizieren Wasser‑, Tee‑, Suppen‑ und Smoothiefasten, also den weitgehenden Verzicht auf feste Nahrung. Pfarrerin Charlotte von Winterfeld begleitet diese intensive Fastenpraxis. Welche Erfahrungen macht sie – und was verändert sich bei den Teilnehmenden?

