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Leid in Nahost: Wie stehen die Kirchen zur Zweistaatenlösung?
veröffentlicht 27.03.2024
von Detlev Knoche
Die humanitäre Lage in Gaza ist katastrophal, eine Freilassung der über hundert israelischen Geiseln ist nicht absehbar. Deshalb zeigt Oberkirchenrat Detlev Knoche, Leiter des Zentrums Oekumene der EKHN und EKKW, in seinem Gastbeitrag inwieweit es Perspektiven aus kirchlicher Sicht gibt.
Vier Monate nach dem grausamen Terrorüberfall der Hamas auf die Zivilbevölkerung in Israel und dem folgenden Krieg in Gaza mit mittlerweile tausenden von Toten unter der palästinensischen Zivilbevölkerung ist ein Weg zum Frieden in Israel und Palästina kaum zu sehen. Noch immer befinden sich über 100 Geiseln in den Händen der Hamas und ihre Freilassung ist nicht absehbar. Die humanitäre Lage in Gaza ist dramatisch. Internationale Organisationen warnen vor einem Kollaps jeglicher zivilen und medizinischen Versorgung und einer beginnenden Hungerkatastrophe. Die internationale Staatengemeinschaft mahnt daher eindringlich zu einem Waffenstillstand, fordert dringende Hilfe für die notleitende Zivilbevölkerung in Gaza und die Freilassung aller Geiseln.
In den Leitgedanken „Israel – Palästina“ haben fünf Landeskirchen (darunter die EKHN) 2021 als Vision formuliert: „Wir versammeln uns um die Vision eines unbedrängt und anerkannt lebenden Staates Israel Seite an Seite mit einem freien und souveränen Staat Palästina inmitten eines befriedeten Mittleren Ostens. Die sich gewaltfrei um dieses Ziel bemühen, finden unsere ungeteilte Unterstützung.“ So gilt unser Mitgefühl auch weiterhin den Menschen in Israel, der leidenden Zivilbevölkerung im Westjordanland und im Gaza Streifen. Wir nehmen ihre Lebenswirklichkeit und ihr Leid wahr.
In dieser Situation ist neben allen Initiativen für kurzfristige humanitäre Hilfen und für einen langfristigen Frieden das Gebet um Frieden im Heiligen Land wichtiger denn je. Das haben auch die vielen Besucherinnen und Besucher der Gottesdienste zum Weltgebetstag deutlich gemacht. Noch über den Weltgebetstag hinaus, bietet die von palästinensischen Christinnen vorbereitet Liturgie die Chance, sich über die Situation in Palästina zu informieren und gemeinsam mit ihnen zu beten.
Zentrum Oekumene der Ev. Kirche in Hessen und Nassau und der Ev. Kirche von Kurhessen-Waldeck
Leiterin Oberkirchenrätin Christina Schnepel
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