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Mit Gottesdiensten, Ritualen und der Jahreslosung gestärkt ins Jahr 2026 starten
veröffentlicht 24.12.2025
von Online-Redaktion der EKHN
Der Silvestertag lädt dazu ein, das vergangene Jahr bewusst abzuschließen und sich innerlich auf 2026 auszurichten. Die neue Jahreslosung, inspirierende Gottesdienste, spirituelle Impulse und eine besondere Spendenaktion bieten Orientierung und stärken den Blick nach vorn.
Der Jahreswechsel ist für viele Menschen mit dem Wunsch nach einem Neuanfang verbunden: neue Vorsätze, frische Energie, der Mut zur Veränderung. Gleichzeitig erleben wir eine Welt, die von Krisen, Kriegen und beunruhigenden Nachrichten geprägt ist. Diese Mischung aus Hoffnung und Unsicherheit lässt den Wunsch nach Orientierung und innerer Stärke wachsen.
Gerade in solchen Zeiten können biblische Impulse – allen voran die Jahreslosung – wertvolle Begleiter sein. Sie bietet einen Leitgedanken, der durch das ganze Jahr trägt und Halt gibt. Persönliche Zugänge entstehen etwa beim Bible-Lettering, während evangelische Veranstaltungen und Gottesdienste zu Neujahr vor Ort, der Neujahrsgottesdienst im Fernsehen und Exerzitien weitere Perspektiven eröffnen und Raum für eigene Gedanken schaffen.
Leiser feiern
Ausrichten auf 2026 mit der Jahreslosung - Chance auf Neuanfang
Der Silvestertag bietet aber auch die Gelegenheit, das alte Jahr Revue passieren zu lassen und sich auf das Neue einzustellen. Die innere Ausrichtung auf 2026 begleitet die Jahreslosung „Gott spricht: Siehe, ich mache alles neu!“ (Offenbarung 21,5). So vertraut Kirchenpräsidentin Prof. Dr. Christiane Tietz darauf, dass der Glaube an Gottes Kraft zum Engagement ermutigt, das Menschen Chancen für einen Neuanfang eröffnet.
Lied zur Jahreslosung hören, singen und spielen
Der Liedermacher Clemens Bittlinger und der Schweizer Komponist David Plüss haben ihr neues Lied zur Jahreslosung 2026 vorgestellt. Der Bibelvers aus Offenbarung 21,5 – „Siehe, ich mache alles neu“ – bildet den Mittelpunkt des Stücks, das ab sofort mitsamt Text, Noten und Chorsatz verfügbar ist. Dabei verknüpft der Liedtext die Jahreslosung augenzwinkernd mit einem aktuellen gesellschaftlichen Thema: den maroden Brücken in Deutschland. Text, Noten und Chorsatz sind online erhältlich.
Reise durch die Bibel im neuen Jahr
Wer sich für das kommende Jahr einen inspirierenden Vorsatz wünscht, kann mit einer täglichen Bibellektüre starten. Die „Jahresbibel: in 365 Tagen durch die Lutherbibel“ bietet dafür einen besonders unkomplizierten Einstieg. Laut Bibelgesellschaft genügt bereits eine Viertelstunde pro Tag, um den vorgesehenen Abschnitt zu lesen.
Jeder Tag enthält Texte aus dem Alten Testament, dem Neuen Testament sowie einen Psalm. So entsteht ein abwechslungsreicher Überblick über die gesamte Bibel – ideal, um Zusammenhänge besser zu verstehen und die biblische Geschichte als großes Ganzes zu erleben.
Lettering: Glaubenssprüche oder die Jahreslosung kreativ gestalten
Die ruhige Zeit zwischen den Jahren lädt dazu ein, sich intensiv und kreativ auf Worte der Bibel einzulassen - wie beispielsweise auf die Jahreslosung oder biblische Segensworte. Beim Biblelettering lassen sie sich ganz persönlich gestalten. Es geht es darum, sich Zeit zu nehmen, ein biblisches Wort schön und mit innerer Muße zu schreiben. Als gerahmtes Schrift-Bild kann es auf ästhetische Weise das Leben begleiten.
Christliche Exerzitien in der Zeit zwischen den Jahren
Gerade die ruhige Zeit zwischen den Jahren lädt dazu ein, in sich zu gehen, das vergangene Jahr zu reflektieren, sich der eigenen Wurzeln bewusst zu werden und sich auf das kommende Jahr auszurichten. Gerade die Rauhnächte, bzw. christlichen „zwölf heilige Nächte“ laden zu Exerzitien im Alltag ein, bei denen sich evangelische Spiritualität mit persönlichen Erfahrungen verbinden lassen.
Jahreswechsel mit Neujahrsgottesdienst feiern
Impulse zum neuen Jahr schenkt auch der festliche ZDF-Fernsehgottesdienst zur Jahreslosung für 2026 „Siehe, ich mache alles neu!“ am 1. Januar 2026 ab 10.15 Uhr. Angesichts ständiger Veränderungen sucht der Gottesdienst nach dem, was uns im neuen Jahr tragen kann und nach dem, was wirklich neu werden muss.
Brot statt Böller“ – Spenden für Projekte gegen den Hunger
Der Spaß an einem Feuerwerk ist schnell vorüber. Deshalb setzt die evangelische Hilfsorganisation „Brot für die Welt“ auf nachhaltige Unterstützung. Unter dem Motto „Brot statt Böller“ ruft Brot für die Welt traditionell vor Silvester dazu auf, Projekte gegen den Hunger in der Welt mit Spenden zu unterstützten. Für die Spende lässt sich ein Teil des Geldes verwenden, das nicht für Feuerwerkskörper ausgegeben wurde. Die evangelische Hilfsorganisation lädt dazu ein, das neue Jahr mit einem Geschenk an Menschen in Not zu beginnen. Dank der Spenden kann „Brot für die Welt“ mit seinen Partnerorganisationen Menschen in armen Ländern dabei unterstützen, das Land zu bebauen, auf dem sie leben, und sich so selbstständig mit Getreide, Obst und Gemüse zu versorgen.

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Wissenswertes rund um Silvester, Neujahr & Feuerwerk
Feuerwerk und Sicherheit: Was du im Hinterkopf haben solltest
Für viele gehört ein Feuerwerk an Silvester dazu, um mit Funkenregen und Böllern das alte Jahr zu verabschieden und das neue zu begrüßen. Bereits im Mittelalter veranstalteten die Menschen viel Lärm, um böse Geister zu vertreiben – ein Brauch aus heidnischen Zeiten.
Silvester – Symbol für Zeitenwenden
Viele Silvester-Bräuche wurzeln im Aberglauben. Dazu gehören beispielsweise das laute Feuerwerk, Bleigießen oder Symbole wie Klee und das Glücksschweinchen. Dennoch leitet sich die Bezeichnung des Tages aus der Kirchengeschichte ab: Er stammt von Papst Silvester, der am 31. Dezember 335 gestorben ist. An Papst Silvester wird erinnert, weil er den ersten christlichen Kaiser, Kaiser Konstantin, getauft hat. Konstantin hatte das zuvor verfolgte Christentum erstmals als Religionsgemeinschaft anerkannt. Silvester war also der erste Papst, der sich nicht mehr verstecken musste, sondern seinen Glauben frei leben konnte. „Er wurde zum Symbol für eine echte Zeitenwende, für den Wechsel von der Angst zur Freiheit, von der Unsicherheit zur Zuversicht und von der Dunkelheit zum Licht. Kein Wunder, dass Silvester deshalb auch als Patron für ein gutes neues Jahr gilt.“ So erklärte Pfarrer Dr. Fabian Vogt dessen Bedeutung in einer Radioandacht.
epd-Video: Wissenswertes über Silvester
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Einen guten Rutsch!
Vor Silvester rufen sich viele "einen guten Rutsch" zu. Aber woher stammt die Redewendung? In einer Radionandacht hat Pfarrer Dr. Fabian Vogt die wahrscheinlichste Erklärung genannt: "Das Wort kommt ursprünglich aus dem Hebräischen. Das Neujahrsfest in Israel heißt nämlich: `Rosch ha schan´. Was `Haupt des Jahres´ bedeutet. Und wenn sich Jüdinnen und Juden in Europa auf Jiddisch einen guten Jahresbeginn wünschten, dann sagten sie etwas verkürzt: `En gode Rosch´. Was also eigentlich nichts anders heißt als: ein gutes Neujahrsfest. Tja, und daraus wurde dann: `Ich wünsch Dir einen guten Rutsch.´" Das sei ein Beispiel, wie das Jiddische unsere Sprache geprägt hat.
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