
Heidrun Benz-Rex
Die Türe steht offen
veröffentlicht 19.09.2023
von Holger Jörn Becker-von-Wolff
Die Kirchentüre steht jedem offen: Ob alt oder jung, arm oder reich. So war das, so soll es bleiben. Keine Frage, die Kirchenmitgliedschaft ist auch wegen der Kirchensteuer umstritten. Dabei ist das Prinzip gelebte Solidarität. Und: Trotz aller - bisweilen auch berechtigten - Kritik an der Institution Kirche, noch immer sind sehr viele Menschen gerne aktiv in den Gruppen und Kreisen, den Chören oder den Gottesdiensten vor Ort. Für sie ist Kirche Heimat.
Kirche ist lebendige Gemeinschaft
Menschen erzählen, warum sie in der Kirche sind
Und es gibt auch Menschen, die Kirche wieder als ihre Heimat neu entdecken. Da ist der junge Familienvater, der seinen Kindern einen guten Einstieg zum Glauben ermöglichen möchte: „Um ihnen glaubhaft Werte zu vermitteln, die mir selbst sehr wichtig sind, möchte ich dazugehören“. Für die junge Mutter war es die Konfirmation ihrer Tochter: „Seitdem fühle ich mich wieder mit Kirche verbunden – das war vorher nicht so“. Für den Auszubildenden war es die Anfrage aus der Familie, ob er Pate werden wolle: „Ich möchte ich mein Patenkind gerne im Glauben aufwachsen sehen und begleiten“, erzählt er. „Im Leben gibt es viele Umbrüche“, sagt eine ältere Dame: „Der Tod eines Angehörigen hat mich bewegt und verändert. In der Krise hat mir das Gespräch mit einem Seelsorger gutgetan. Ich hätte nie gedacht, dass ich Hilfe im christlichen Glauben finde“.
Es sind solche und ähnliche Erlebnisse, die gerade bei einem Wiedereintritt erzählt werden. Menschen entdecken plötzlich Kirche als etwas Sinnstiftendes oder Haltgebendes. Andere freuen sich über die vielfältigen Angebote in den Gruppen und Kreisen, die Gemeinschaft mit anderen Menschen. Für sie alle ist Kirche in erster Linie eine lebendige Gemeinschaft.
Filmprojekt: "Wir sind Kirche"
In kurzen Videos erzählen über 60 Engagierte in 15 Filmen, warum sie sich in der Kirche engagieren. Die Videos zeigen, was die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau ausmacht. Der bunte, frische, ungewöhnliche Streifen ist auf YouTube zu sehen.
Link: https://youtu.be/7KIijenuQGs?si=mwzJf1tVmKpWd-sh
Einzelfilme: https://www.youtube.com/watch?v=8xDtZSzMDss&list=PLMnj3nK1Eull1Ln5lhdIwJIde99AWYwuS
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Gemeinschaft braucht Mitgliedschaft
Kirchensteuer ist solidarisch
Um die vielfältigen Angebote lebendig zu erhalten, braucht es die Unterstützung aller Kirchenmitglieder. Die Mitgliedschaft in der Kirche ist so bedeutsam, weil die Kirchensteuer neben den Kollekten und den Spenden die mit Abstand größte und verlässlichste Einnahmequelle ist. Über eine Umverteilung kommt es allen Gemeinden im Kirchengebiet der EKHN zu Gute. Die Kirchensteuer ist auch in dieser Hinsicht solidarisch. Und: Die Kirchensteuer bemisst sich an der Höhe der Lohn- oder Einkommensteuer. Menschen, die keine oder wenig Lohn- oder Einkommensteuer zahlen, entrichten keine oder wenig Kirchensteuer. Kirchenmitglieder treten also solidarisch füreinander ein. Alle Kirchenmitglieder haben die gleichen Rechte – unabhängig von ihrem finanziellen Beitrag.
Dank der Kirchensteuer kann die EKHN ein breites Spektrum an Veranstaltungen und verlässlichen Diensten anbieten, die vielen Menschen zugutekommen. Kirchenpräsident Dr. Volker Jung sieht in der Finanzierung über die Kirchensteuer ein Privileg: „Wir sehen es aber zugleich als eine Verpflichtung, mit unserer Arbeit in Kirche und Diakonie für Menschen da zu sein und das Zusammenleben aller Menschen in der Gesellschaft zu fördern (Quelle: https://www.ekhn.de/aktuell/detailmagazin/news/die-kirchensteuer-ermoeglicht-an-vielen-stellen-in-der-gesellschaft-gute-arbeit-19.html ). Durch die Kirchensteuer kann sie sich in Seelsorge, Diakonie, Jugendarbeit, Lebensbegleitung, Bildung, weltweiter Entwicklungsarbeit, Kultur und Umweltschutz engagieren.
Die evangelische Kirche zeigt mit der Aktion "Kirchensteuer wirkt", wofür sie diese Einnahmen verwendet. Die konkreten Zahlen der EKHN sind anschaulich in diesen Publikationen zusammengestellt: (Link: https://www.ekhn.de/fileadmin/content/ekhn.de/download/finanzen/ekhn_kirchensteuer_wirkt_flyer_web.pdf oder https://www.ekhn.de/fileadmin/content/ekhn.de/download/finanzen/ekhn_kirchensteuer_wirkt_broschuere_web.pdf
Fakten-Check
Das sagt die Kirchenstatistik
Viele Menschen engagieren sich gerne für andere und gestalten so das kirchliche Leben ehrenamtlich aktiv mit, erzählt Ina Wittmeier von der Ehrenamtsakademie der EKHN. Sie sagt: „In der EKHN engagieren sich knapp 60.000 Menschen ehrenamtlich, davon etwa 9.000 in den Kirchenvorständen und weitere 1.000 in anderen Leitungsämtern. Die Pfarrerinnen und Pfarrer machen nur einen kleinen Teil der Mitarbeitenden aus. Den 1.400 Pfarrstellen stehen etwa 20.000 haupt- und nebenamtliche Mitarbeitende in der EKHN gegenüber. Sei es in den Chören, den Kinder- und Jugendgruppen – aber auch bei den Kirchentagen oder im Kirchenvorstand. Ina Wittmeier verweist dabei auf die Statistik der EKHN.
Quelle: https://www.ekhn.de/fileadmin/content/ekhn.de/download/publikationen_broschueren/statistik_kleine/PR-Statistik_2021_12-09-2022.pdf
In Deutschland engagieren sich etwa 1 Millionen Menschen ehrenamtlich in der Evangelischen Kirche in Deutschland. (-> Link zur EKD-Statistik: https://www.ekd.de/ekd_de/ds_doc/Gezaehlt_zahlen_und_fakten_2021.pdf)
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